Vision Pro mit M5-Chip: Apple stellt neue Computerbrille, MacBooks und iPads vor

Datum15.10.2025 18:40

Quellewww.spiegel.de

TLDRApple hat neue Produkte vorgestellt, darunter die Vision Pro Computerbrille, ein aktualisiertes 14-Zoll-MacBook Pro und neue iPad Pro-Modelle, alle ausgestattet mit dem leistungsstarken M5-Chip. Dieser bietet eine deutlich gesteigerte Grafik- und KI-Leistung, ist dabei bis zu viermal schneller als der Vorgänger. Die Vision Pro kostet ab 3699 Euro, das MacBook Pro ab 1799 Euro und die iPads beginnen bei 1099 Euro. Alle Geräte sind ab dem 22. Oktober erhältlich.

InhaltEin neuer Chip soll Apples Profi-Gadgets zu KI-Sprintern machen. Die Vision Pro bekommt damit endlich aktuelle Technik, die iPads erhalten einen Chip aus Deutschland. Pünktlich vor dem Weihnachtsgeschäft hat Apple einige seiner wichtigsten sowie eines seiner bislang am wenigsten erfolgreichen Produkte technisch auf den neuesten Stand gebracht. Ohne Keynote oder Pressekonferenz kündigte der Konzern am Mittwochnachmittag neue Versionen des iPad Pro an, ebenso ein aktualisiertes 14-Zoll-MacBook Pro sowie eine modernisierte Variante seiner Computerbrille Vision Pro. Der Kern der neuen Gadgets ist in allen drei Fällen der neue M5-Chip. Laut Apple liefert er eine viermal höhere "GPU-Spitzenleistung für KI" als sein Vorgänger. So wie beim A19-Chip der iPhone-17-Serie verfügt jeder seiner zehn GPU-Grafikkerne über einen sogenannten Neural Accelerator zur beschleunigten Verarbeitung von generativer KI. Zudem soll der neue Chip den Arbeitsspeicher schneller ansprechen können als sein Vorgänger. Apple bietet ihn wahlweise mit neun oder zehn Prozessorkernen an. Pro- und Max-Versionen des M5 hat der Konzern nicht angekündigt. Er behält sich diese offensichtlich für Updates des 16-Zoll-MacBook Pro sowie des Mac Studio (hier unser Testbericht des Modells mit M4 Max  ) vor. Während viele Fans sehnsüchtig auf ein günstigeres Modell hoffen, hebt Apple seine Computerbrille mit dem M5 technisch auf ein neues Niveau. Als die Vision Pro Anfang 2024 auf den Markt kam, war sie mit ihrem M2-Chip schon nicht mehr auf dem Stand der Technik. In MacBooks und iMacs steckten längst M3-Chips, seit dem Sommer gibt es sie sogar mit M4-Chip. Trotzdem gab es kaum jemanden, der an der Performance der Apple-Brille etwas auszusetzen hatte. Bemängelt wurde eher, dass sie schwer am Kopf liegt und anderen Apple-Gadgets in Sachen KI hinterherläuft. Zumindest die KI-Perfomance sollte mit dem M5 nun kein Thema mehr sein. Zum einen lobt Apple die neue Version dafür, dass sie nun ein "noch schnelleres, flüssigeres und reaktionsfähigeres Erlebnis" biete als das erste Modell. Die Grafikfähigkeiten des M5 etwa sollen es ermöglichen, dass die beiden winzigen OLED-Displays der Brille jetzt mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz arbeiten. Zum anderen sollen KI-Funktionen auf der neuen Vision Pro "bis zu 50 Prozent schneller und in Apps anderer Anbieter bis zu doppelt so schnell" ausgeführt werden als bisher. Die für den Alltag womöglich wichtigere Neuerung könnte allerdings ein neues Kopfband sein. Das Dual Band genannte Band, das zusammen mit dem Headset geliefert wird, soll "mehr Komfort, Balance und Stabilität" bieten als sein Vorgänger. Den Preis der Einstiegsversion der Vision Pro mit 256 GB Speicher hat Apple leicht auf 3699 Euro gesenkt. Das neue Headset soll ab dem 22. Oktober erhältlich sein. Neben der Vision Pro bestückt Apple nun auch das 14-Zoll-Modell des MacBook Pro mit dem M5-Chip. Im Vergleich zum Vorgängermodell mit M4 soll es eine "bis zu 1,6-mal schnellere Grafikleistung" in bestimmten Anwendungen haben und analog dazu in Spielen 1,6-mal höhere Bildraten erreichen. Auch die Leistung der SSDs wurde laut Apple gesteigert, was etwa das Laden großer Dateien beschleunigen soll. Unverändert geblieben ist offenbar der hochauflösende 14-Zoll-Bildschirm. Er wird gegen Aufpreis mit Nanotexturglas geliefert, das Spiegelungen reduziert. Die Akkulaufzeit des MacBook Pro wird weiterhin mit "bis zu 24 Stunden angegeben", was bei maßvoller Nutzung nicht unrealistisch ist. Bemerkenswert an Apples Marketingmaterial zum neuen MacBook ist, dass der Konzern in erster Linie Kundinnen und Kunden anspricht, die bereits ein MacBook mit Apple-M1-Chip haben. Nachdem das Unternehmen jahrelang Umsteiger von Intel-Systemen auf seine neue Plattform geholt hat, gilt es nun offensichtlich, Umsteiger der ersten Generation zum erneuten Wechsel zu bewegen. Das 14-Zoll-MacBook Pro mit M5 ist ab dem 22. Oktober zu Preisen ab 1799 Euro erhältlich. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem neuen iPad Pro. Hier soll der M5 für ähnliche Leistungszuwächse wie bei den Notebooks sorgen und KI-Funktionen und Grafik substanziell beschleunigen. Interessanter ist aber, dass Apple hier, wie bei einigen aktuellen iPhones, seinen eigenen Netzwerkchip N1 sowie das in München entwickelte Mobilfunkmodem C1X einbaut. Dadurch beherrschen Apples Tablets nun etwa den aktuellen WLAN-Standard Wi-Fi 7 und sollen "bis zu 50 Prozent schnellere mobile Datenverbindungen" als ihre Vorgänger schaffen. Ein Vorteil, wenn man sein iPad Pro mit einem leistungsfähigen externen Display betreibt: Durch den M5 können solche Bildschirme jetzt mit bis zu 120 Hertz angesteuert werden. Wie die übrigen Neuvorstellungen werden auch die neuen iPad-Pro-Modelle ab dem 22. Oktober erhältlich sein. Das 11-Zoll-Modell gibt es ab 1099 Euro, die 13-Zoll-Variante ab 1449 Euro. Beide sind gegen Aufpreis mit Nanotexturglas und Mobilfunkmodem lieferbar.