Datum05.08.2026 15:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Chef des russischen Drohnenherstellers Uraldronsawod, Wladimir Tkatschuk, wurde bei einer Autobombenexplosion schwer verletzt. Sein Fahrer kam ums Leben. Die Behörden ermitteln wegen versuchten Mordes. Uraldronsawod, ein wichtiger Zulieferer von FPV-Drohnen für den Ukraine-Krieg, steht unter EU- und US-Sanktionen und genießt laut EU die besondere Aufmerksamkeit von Präsident Putin. Die Explosion ereignete sich kurz nach einem mutmaßlichen Anschlag auf den russischen Luftwaffenchef.
InhaltWladimir Tkatschuk soll sich in einem kritischen Zustand befinden: Der Wagen des Chefs von Uraldronsawod ist laut übereinstimmenden Medienberichten explodiert. Die Behörden ermitteln wegen versuchten Mordes. Nur Tage nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den russischen Luftwaffenchef Alexander Tschajko in einem Moskauer Nobelrestaurant ist Wladimir Tkatschuk, der Chef eines wichtigen Drohnenherstellers, bei einer Explosion schwer verletzt worden. Das berichten russische Medien übereinstimmend. Laut der Zeitung "Kommersant" sei Tkatschuks Mercedes im Dorf Bolschoi Istok nahe der Stadt Jekaterinburg am Uralgebirge explodiert. Tkatschuk befinde sich "auf der Intensivstation und in ernstem Zustand, Ärzte kämpfen um sein Leben", zitiert die Nachrichtenagentur Tass Einsatzkräfte. Tkatschuks Fahrer kam bei der Explosion, die sich Berichten zufolge am Dienstagabend ereignete, offenbar ums Leben. Es werde wegen versuchten Mordes ermittelt. Tkatschuk ist der Chef des Drohnenherstellers Uraldronsawod mit Sitz in Jekaterinburg. Die Firma produziert insbesondere ferngesteuerte FPV-Drohnen, die Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine einsetzt. (Hier erfahren Sie mehr über den Waffentyp.) Das Unternehmen steht auf der Sanktionsliste der EU und der USA. Laut Einschätzung der EU genießt Uraldronsawod die besondere Aufmerksamkeit von Machthaber Wladimir Putin: 2024 stellte Tkatschuk Putin persönlich die Drohnen der Produktion vor. Die Hintergründe der Explosion blieben zunächst unklar. Seit dem Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine kamen mehrere führende russische Militärs bei Anschlägen in Russland ums Leben. Kyjiw reagierte zunächst nicht auf Nachrichten über die Explosion in Bolschoi Istok. Auch zum Anschlag auf das Moskauer Nobelrestaurant am Samstag schweigt Kyjiw. (Lesen Sie hier mehr dazu .)