Polizeihandy-Panne: Weiter Warten auf neue Polizeihandys nach Hackerangriff

Datum05.08.2026 14:40

Quellewww.zeit.de

TLDRNach einem Hackerangriff im Juni 2025 warten Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern noch auf neue Dienst-Handys. Eine Pilotphase mit neuen Geräten in drei Reviere beginnt im August. Eine flächendeckende Ausstattung ist unklar und hängt vom Pilotverlauf ab. Die Opposition kritisiert die lange Dauer der IT-Umstellung und die eingeschränkten Funktionen der neuen Geräte, während das Innenministerium die Komplexität der Neuaufstellung nach dem Cyberangriff betont.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Polizeihandy-Panne“. Lesen Sie jetzt „Weiter Warten auf neue Polizeihandys nach Hackerangriff“. Die Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern warten nach einem Hackerangriff vom Juni 2025 immer noch auf neue Dienst-Handys. Die Ausstattung der Landespolizei mit neuen Smartphones war für den Sommer angekündigt worden. Jetzt teilte das Innenministerium mit: "Noch im August startet die Pilotphase mit den ersten mobilen Endgeräten in ausgewählten Dienststellen." Nach Auskunft einer Ministeriumssprecherin handelt es sich erst einmal um drei Reviere. Zunächst hatte der "Nordkurier" über die weitere Verzögerung berichtet. Wann die Landespolizei flächendeckend wieder von Funkgerät, Stift und Zettelblock wegkommt, ist unklar. Es könne noch nicht gesagt werden, wann alle wieder ein Smartphone haben, sagte die Sprecherin. Das hänge auch vom Verlauf der Pilotphase in den drei Revieren ab. Die Opposition hat kein Verständnis für die lange Zeit, die ein Neuaufsetzen der Polizei-IT in Mecklenburg-Vorpommern dauert. Die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden kritisierte: "Das kann so nicht weitergehen. Unsere Polizistinnen und Polizisten arbeiten im Jahr 2026 wie vor Jahrzehnten. Das ist beschämend." Auch in Mecklenburg-Vorpommern hätten die Menschen ein Anrecht auf Innere Sicherheit und die Polizei ein Recht auf sachgerechte Ausstattung.  Die AfD bewertete das Thema Polizei-Handys als "fortgesetzten sicherheitspolitischen Totalausfall mit Ansage". Seit einem Jahr müssten die Beamten wieder wie in den 1990ern arbeiten, hieß es. "Natürlich muss der Datensicherheit Rechnung getragen werden. Aber wer dafür ein ganzes Jahr braucht, hat die Kontrolle über die IT-Sicherheit der Polizei längst verloren", meinte der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Nikolaus Kramer. Das Innenministerium rechtfertigt die lange Zeitdauer mit der Komplexität der Materie. "Hinter der Einführung steht kein einfacher Austausch von Smartphones", erklärte die Sprecherin von Innenminister Christian Pegel (SPD). "Nach dem Cyberangriff auf einen von der Landespolizei genutzten Server wurde die mobile IT der Polizei neu bewertet und wird nun technisch neu aufgestellt. In der Pilotphase wird die neue Umgebung erstmals unter den Bedingungen des polizeilichen Alltags erprobt." Für Kritik bei der Opposition sorgt auch, dass die Polizisten zunächst nicht auf ganze Internet zugreifen können sollen. Laut Ministerium erlauben die neuen Handys neben der Telefonie Zugriff auf die wichtigsten Datenbanken zu Recherchezwecken im Streifendienst. Auch der polizeiinterne Messengerdienst werde nutzbar sein. "Mit fortschreitender Einführung werden weitere Funktionen und Anwendungen schrittweise bereitgestellt", so die Sprecherin. © dpa-infocom, dpa:260805-930-487762/1