Datum05.08.2026 14:42
Quellewww.spiegel.de
TLDRErmittler haben in Saarbrücken und Serbien ein Schleusernetzwerk zerschlagen. Drei Verdächtige, vorwiegend Syrer, wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, über 125 Migranten, hauptsächlich aus Syrien, von Libyen nach Europa geschleust zu haben, wodurch sie fast 900.000 Euro verdient haben sollen. Die Operation, die von Europol koordiniert wird, durchsuchte auch mehrere Objekte in Saarbrücken. Die Festgenommenen sind Teil eines syrischen Familienclans, und ein Verdächtiger wird als "High Value Target" eingestuft.
InhaltSie sollen mehr als Hundert Migranten mit Booten von Libyen nach Italien und Deutschland geschleust und damit Hunderttausende Euro verdient haben. Nun haben Ermittler in Saarbrücken und Serbien drei Personen festgenommen. In einer gemeinsamen Aktion mehrerer bayerischen Staatsanwaltschaften und der Bundespolizei ist den Ermittlern ein Schlag gegen die internationale Schleuserkriminalität gelungen. Dabei wurden in Saarbrücken sowie in Serbien drei Haftbefehle vollstreckt. Den Schleusern werde unter anderem vorgeworfen, seit Oktober 2024 mindestens 125 Geflüchtete, vorwiegend aus Syrien, teils in gefährlichen Überfahrten von Libyen über das Mittelmeer nach Italien und Deutschland geschleust zu haben, teilte die Bundespolizei in München mit . Bei der noch andauernden Aktion seien sechs Örtlichkeiten im Raum Saarbrücken durchsucht worden, darunter eine Lagerhalle, die mutmaßlich im Zusammenhang mit den Aktionen der Schleuser stehe. Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen einen syrischen Familienclan und laufen im Rahmen einer von Europol koordinierten Operational Taskforce. Die kriminelle Organisation erzielte dabei laut Ermittlungen einen Gewinn von mindestens 875.000 Euro. In diesem Zusammenhang wurde ein 26-jähriger Mann aus Syrien in Saarbrücken verhaftet. Der Mann war bereits seit Februar 2025 mehrfach bei Grenzkontrollen aufgefallen. In Serbien wurde per internationalem Haftbefehl ein 31-jähriger Syrer festgenommen, der einem bekannten Schleuserclan angehören soll und von Europol als "High Value Target" eingestuft wird. Zeitgleich verhaftete eine serbische Sondereinheit in Belgrad im Auftrag der Staatsanwaltschaft Weiden einen 32-jährigen Syrer. Ihm wird die Beteiligung an 37 Schleusungsfällen zwischen Juni 2023 und Juni 2024 mit mindestens 625 transportierten Personen zur Last gelegt. Das Netzwerk forderte bis zu 10.000 Euro pro Person für Transporte über die Balkanroute nach Deutschland. Bei einem Verdächtigen sei auch Falschgeld gefunden worden, heißt es. Alle drei Verfahren werden nach dem 2018 eingeführten "Traunsteiner Modell" geführt. Diese Spezialabteilungen für grenzüberschreitende Kriminalität arbeiten eng mit internationalen Ermittlern zusammen.