Datum05.08.2026 14:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie spanische Exklave Ceuta leidet unter einer dramatischen Überbelegung ihrer Aufnahmezentren für minderjährige Migranten. Die Kapazitäten werden um 2600 Prozent überschritten, was den Präsidenten zu einem Hilferuf an das spanische Festland veranlasste. Trotz eines Gesetzes, das eine Verteilung vorsieht, stoßen diese Bemühungen auf Widerstand von regionalen Regierungen. Die meisten der tausenden Migranten, die Ceuta erreichten, sind inzwischen zurückgekehrt, doch die Lage der Minderjährigen bleibt prekär.
InhaltDie meisten Migranten sind aus Ceuta zurückgekehrt. Für gestrandete Minderjährige bleibt die Lage aber dramatisch. Die Aufnahmezentren platzen aus allen Nähten. Ceutas Präsident bittet Festlandspanien um Hilfe. "Absolut unhaltbar", so beschreibt der Präsident von Ceuta die Situation der angekommenen Minderjährige in der spanischen Exklave. Derzeit liege die Auslastung der Aufnahmezentren für Minderjährige in Ceuta um 2600 Prozent über der Kapazitätsgrenze, schilderte Juan Jesús Vivas am Mittwoch im spanischen Fernsehen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Ceuta habe "keinerlei zusätzlichen Platz" und stehe unter "sehr starkem Druck", die rund 1100 Minderjährigen aufzunehmen, sagte der Präfekt der Region, Miguel Ángel Pérez Triano. Nach Angaben des Präfekten hat die spanische Polizei bislang 528 Minderjährige registriert, die anschließend in Aufnahmeeinrichtungen weitergeleitet wurden. Die Nichtregierungsorganisation Save the Children hatte am Montag auf die Überbelegung der Aufnahmezentren für Minderjährige hingewiesen. Sie erklärte, dass in Ceuta derzeit etwa 1000 Minderjährige betreut würden – und damit weit mehr, als das System mit seinen etwa 100 Plätzen eigentlich ermögliche. Ceutas Präsident bat den Rest Spaniens um Hilfe bei der Bewältigung der Situation der Minderjährigen. "Ceuta befindet sich in einer extrem prekären Lage, und wir rufen um Hilfe." Dem spanischen Recht zufolge müssen sich die übrigen Regionen an der Aufnahme von Minderjährigen aus besonders stark betroffenen Gebieten beteiligen. Dies stößt aber auf Widerstand bei Regionen, die von der oppositionellen konservativen Volkspartei PP regiert werden – teilweise zusammen mit der rechtsextremen Partei Vox. Der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen Ceuta teils schwimmend erreicht, die meisten kehrten inzwischen nach Marokko zurück. Am Dienstag befanden sich demnach noch rund 2000 der Migranten in Ceuta. Mindestens 80 Menschen kamen laut den spanischen Behörden ums Leben. Welche Szenen sich in der spanischen Exklave abspielen, während weiterhin viele Migranten dort ausharren, lesen Sie hier .