Kommunen: Bündnis plant rechtliche Schritte gegen Münchner Hochhäuser

Datum05.08.2026 12:26

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Bündnis "HochhausSTOP" plant rechtliche Schritte gegen den Bau zweier Hochhäuser auf dem Gelände der ehemaligen Paketposthalle in München. Sie wollen eine Normenkontrollklage gegen den kürzlich in Kraft getretenen Bebauungsplan unterstützen, da dieser die Münchner Skyline verändern und die höchste Bebauungsdichte der Stadt darstellen würde. Das Projekt, das 1.200 Wohnungen und 3.000 Arbeitsplätze schaffen soll, war umstritten, da München traditionell Hochhäuser ablehnt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kommunen“. Lesen Sie jetzt „Bündnis plant rechtliche Schritte gegen Münchner Hochhäuser“. Das Bündnis "HochhausSTOP" will gerichtlich gegen den Bau zweier Hochhäuser auf dem Gelände der ehemaligen Paketposthalle in München vorgehen. Das Bündnis wolle eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan beim Verwaltungsgerichtshof unterstützen, sagte der zweite Vorsitzende, Wolfgang Czisch, in München.  Dazu sei man im Gespräch mit betroffenen Einzeleigentümern und Verbänden, die nach der Verwaltungsgerichtsordnung befugt sind, gegen den Ende Juni in Kraft getretenen Bebauungsplan auf dem Paketpostareal zu klagen. Das Bündnis selbst ist es demnach nicht.  Die beiden hohen Türme, um die es geht, würden Münchens Skyline verändern. Ende Juni wurde der Bebauungsplan für das umstrittene Projekt im Amtsblatt veröffentlicht und trat damit in Kraft, wie das Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung mitteilte.  Der Stadtrat hatte im November vergangenen Jahres grünes Licht für das Projekt gegeben. 1.200 Wohnungen und 3.000 Arbeitsplätze sollen nach Angaben der Stadt auf dem 8,7 Hektar großen Areal rund um die frühere Paketposthalle im Münchner Stadtteil Neuhausen entstehen.  Um das Projekt, zu dem auch noch zwei niedrigere Hochhäuser gehören, wurde in der Landeshauptstadt in den vergangenen Jahren massiv gerungen. München ist traditionell äußerst zurückhaltend beim Bau von Hochhäusern.  Bislang galt die Maxime, dass Gebäude maximal 100 Meter und damit in etwa so hoch wie die Türme der Frauenkirche, dem Wahrzeichen Münchens, sein dürfen. Dieses Limit geht auf einen hauchdünn gewonnenen Bürgerentscheid aus dem Jahr 2004 zurück, der zwar nur ein Jahr lang rechtlich bindend war, aber dennoch seither nachwirkte. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hatte ein Bürgerbegehren im Januar für unzulässig erklärt. Das Bündnis, das auch von Münchens Alt-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) unterstützt wird, hatte nach eigenen Angaben fast 50.000 Stimmen gegen das Projekt gesammelt.  "Wir bleiben dabei, der Bau der beiden Wolkenkratzer und die höchste Bebauungsdichte in der Stadt sind an diesem Standort der ökologische und städtebauliche Sündenfall", sagte der erste Vorsitzende von "HochhausSTOP", Robert Brannekämper. © dpa-infocom, dpa:260805-930-486728/1