Datum05.08.2026 08:15
Quellewww.zeit.de
TLDRErmittlern gelang ein Schlag gegen internationale Schleuserkriminalität. Drei Haftbefehle wurden vollstreckt, darunter gegen einen Hauptverdächtigen und ein Mitglied des Sarawi-Clans in Serbien. Hunderte Flüchtlinge, hauptsächlich aus Syrien, wurden von Libyen über das Mittelmeer und die Balkanroute nach Deutschland geschleust. Die Flüchtlinge zahlten bis zu 10.000 Euro. Ermittlungen seit 2022 deckten Verbindungen nach Libyen und zu einer dortigen Miliz auf.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schleuserkriminalität“. Lesen Sie jetzt „Ermittlern gelingt Schlag gegen Schleuser“. In einer gemeinsamen Aktion mehrerer Staatsanwaltschaften ist den Ermittlern ein Schlag gegen die internationale Schleuserkriminalität gelungen. Drei Haftbefehle seien vollstreckt worden. Den Schleusern werde unter anderem vorgeworfen, Hunderte Flüchtlinge vorwiegend aus Syrien, teils in gefährlichen Überfahrten von Libyen über das Mittelmeer zur italienischen Insel Lampedusa und weiter nach Deutschland geschleust zu haben, teilte die Bundespolizei in München mit. Bei der noch andauernden Aktion seien sechs Örtlichkeiten im Raum Saarbrücken durchsucht worden, darunter eine Lagerhalle, die mutmaßlich im Zusammenhang mit den Aktionen der Schleuser stehe. Die Beschuldigten seien verdächtig, Teil einer internationalen Täterstruktur mit Verbindungen nach Libyen und einer dort agierenden Miliz zu sein. Die Geschleusten hätten hohe Geldbeträge von bis zu 10.000 Euro an ihre Schleuser zahlen müssen. Bei einigen Verdächtigen sei auch Falschgeld gefunden worden. Bei dem festgenommenen Hauptverdächtigen handele es sich um einen 26 Jahre alten Mann. Darüber hinaus seien in Serbien ein 31-Jähriger hochrangiger Schleuser sowie ein 32-Jähriger festgesetzt worden. Der 31-Jährige sei ein Mitglied des international agierenden Sarawi-Clans, einer berüchtigten Schleuser-Organisation. Er soll 152 Migranten über die sogenannte Balkanroute eingeschleust haben. Die teils verdeckt geführten Ermittlungen liefen seit 2022, wie es weiter hieß. © dpa-infocom, dpa:260805-930-485511/1