Datum05.08.2026 06:47
Quellewww.zeit.de
TLDRSPD-Spitzenkandidat Willingmann fordert kostenlose Kitas für mehr Familienattraktivität und Zuwanderung zur Stärkung des Arbeitsmarktes. Er betont, dass nur mit der SPD eine stabile Regierung möglich sei und gesteht Fehler der Partei im Umgang mit Wählern ein. Willingmann sieht Migration als Notwendigkeit für den Wohlstand und kritisiert die AfD. Die SPD liegt in Umfragen bei 7 Prozent, die AfD führt deutlich.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landtagswahl Sachsen-Anhalt“. Lesen Sie jetzt „Willingmann wirbt für kostenlose Kitas und mehr Zuwanderung“. SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann hat sich im Landtagswahlkampf für eine kostenlose Kita-Betreuung und eine stärkere Zuwanderung in den Arbeitsmarkt ausgesprochen. Kostenfreie Kitas seien wichtig, um Sachsen-Anhalt für junge Familien und Unternehmen attraktiver zu machen, sagte er dem Mitteldeutschen Rundfunk. Eine stabile Regierung werde es in Sachsen-Anhalt nur mit der SPD geben. Zugleich räumt Willingmann Fehler der Partei im Umgang mit der eigenen Wählerschaft ein. "Die Kita-Landschaft brauchen wir für junge Familien, um attraktiv zu sein, aber auch für unsere Wirtschaft", sagte der Wissenschaftsminister. Es gehe darum, Unternehmen gute Bedingungen für die Ansiedlung von Fachkräften zu bieten. "Wir siedeln sie dann an, wenn wir ihnen sagen können: Eure Fachkräfte bekommen hier eine vernünftige Kita-Versorgung." Die Zahl der Kita-Plätze sei bereits hoch. "Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegen wir bei über 95 Prozent Versorgung." Beim Thema Migration sprach sich Willingmann für eine differenzierte Betrachtung aus. "Wir brauchen auf jeden Fall Zuwanderung in unsere Wirtschaft, in unseren Arbeitsmarkt. Und zwar, um unseren Wohlstand und auch um unsere Industriebetriebe aufrechtzuerhalten." Migration sei hier ein Muss und keine Bedrohung. Mit Blick auf die AfD sagte er, sich einzureden, dass der Fachkräftebedarf allein aus der eigenen Bevölkerung gedeckt werden könne, sei "Kinderei". Zugleich brauche es mehr Aufklärung dort, wo sich Menschen durch Migration bedroht fühlten. Der SPD-Politiker räumte zudem Fehler seiner Partei ein. Viele Arbeiter als frühere Kernwählerschaft sympathisierten heute mit der AfD. Es sei der Eindruck entstanden, dass sich die SPD zu wenig um die Mittelschicht gekümmert habe. Stattdessen hätten viele Menschen eine Partei wahrgenommen, die ihren Fokus stark auf Transferempfänger gelegt habe. "Da ist ohne Frage ein falscher Schwerpunkt entstanden." Trotz schwacher Umfragewerte sprach sich Willingmann für eine erneute Regierungsbeteiligung der SPD nach der Landtagswahl aus. "Eine stabile Regierung wird es in Sachsen-Anhalt nur geben, wenn die SPD dabei ist". Die einzige Alternative sei eine Alleinregierung der AfD. "Die kann man sich nicht wünschen. Ich wünsche sie mir auf gar keinen Fall. Und die übergroße Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land auch noch nicht." Rund einen Monat vor der Landtagswahl am 6. September lag die AfD laut der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage für MDR, WDR, "Magdeburger Volksstimme" und "Mitteldeutsche Zeitung" mit 41 Prozent weiterhin deutlich vor der CDU (24 Prozent). Die SPD kam auf 7 Prozent. © dpa-infocom, dpa:260805-930-485252/1