Datum05.08.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Artikel thematisiert die Elbvertiefung, einen Gedichtband zu Helgoland anlässlich des 100. Geburtstags von James Krüss, sowie aktuelle Hamburger Themen: Ein Hilfsmodell für Long-COVID-Patienten am UKE, eine Zunahme rechtsextremer Gruppen in Bergedorf, einen Rückgang der Carsharing-Fahrzeuge, Festnahmen nach einem Raubüberfall und einen Vorfall beim CSD in der Europa Passage. Zudem werden obdachlose Jugendliche und eine Buchlesung erwähnt.
InhaltDie Elbvertiefung am Mittwoch – Mit CSD-Stress in der Europa Passage, jugendlichen Obdachlosen und vermehrten Springerstiefel-Sichtungen als wir gerade unsere Inselausgabe planten, legte meine Kollegin mir ein Buch auf den Schreibtisch, das einige Monate zuvor erschienen war – voller Helgoland-Gedichte. Gedi, Geda, Gedichte ist ein Sammelband von sieben Lyrikerinnen und Lyrikern und eine Hommage an James Krüss. Der Helgoländer Kinder- und Jugendbuchautor wäre diesen Mai 100 Jahre alt geworden. ZEIT-Redakteurin Katrin Hörnlein hat neulich aufgeschrieben, wie in einem Hamburger Keller ein unveröffentlichter Text von ihm auftauchte (Z+). Krüss’ Dichterkollegen jedenfalls katamaranten nach Helgoland und reimten drauflos. Es geht um Krabben, die sich den Rücken kraulen, und Hummer, die ihre Handynummer weitergeben, um zwei Deppen, die Helgoland weiter nach Süden schleppen wollen, und um eine Welt, in der auf der Insel nur noch Helgas leben. (Und helga macht helga mit helga bekannt und helga gibt helga geld in die hand.) Empfohlen ist das Buch für "Klein und Groß". Ich konnte die Gedichte bislang nicht an Klein testen, aber ich ahne: Im Wahnsinn einer fünfstündigen Autofahrt in den Urlaub (oder zurück), bei 30 Grad, mit halb toter Klimaanlage und sehr lebendigen, langsam gaga werdenden Kindern auf dem Rücksitz, kann es eigentlich immer nur lustiger werden. Probieren Sie es aus: Etwa mit Michael Augustins "Flugaus": Mit dem Ratamakan von Burgham nach Lelgohand gefahr’n auf die berühmte Elseninsel in der Sordnee Angekuckt hab ich: Die Klimmerhuppen Trummenlottel Tassbölpel Meizehendröwen Heesunde die Bummerhuden den Teuchtlurm die Ange Lanna und das Menkdal für Fallersmann von Hoffleben Danach gemütlich Brötfischchen gegessen und ein paar witzige Dichtege von Krames Jüss gelesen Das war’s auch schon gewesen Dann mit dem Ratamakan zurück nach Burgham gefahr’n In diesem Sinne: Kommen Sie gut in den Tag und gegebenenfalls über die Autobahn. Und sollte Ihnen das zu albern sein: Noch heute können Sie unsere gedruckte Inselausgabe kaufen – mit hoffentlich allen Buchstaben in der richtigen Feihenrolge. Ihre Viola Diem Menschen, die mit den Folgen einer Coronainfektion zu kämpfen haben, etwa mit ME/CFS, sollen am UKE künftig einfacher Hilfe bekommen. Die rot-grüne Koalition setzt sich für ein dreistufiges ambulantes Versorgungsmodell ein, über das die Bürgerschaft am 2. September entscheiden will. In Bergedorf sind im ersten Quartal 2026 vermehrt Gruppen aus dem Bereich des subkulturellen Rechtsextremismus aufgetreten. Nach Angaben des Verfassungsschutzes orientieren sich einige ihrer Mitglieder äußerlich am Skinhead-Stil der 1980er- und 1990er-Jahre – mit Bomberjacken, hochgekrempelten Jeans und Springerstiefeln. Die Gruppen seien teilweise nicht fest organisiert unter den Mitgliedern seien auch Minderjährige. Aktuell gibt es 3.289 Carsharing-Fahrzeuge in der Stadt – fast ein Drittel weniger als im ersten Halbjahr 2025. 2024 waren es noch 5.187 Autos, teilte der Senat auf CDU-Anfrage mit. Die Buchungen von Carsharing-Fahrzeugen über die HVV-Switch-App sind dagegen gestiegen, von 32.000 im ersten Halbjahr 2024 auf 35.000 im Vergleichszeitraum 2026. Einen Tag nach dem Überfall auf eine 83-jährige Frau sowie einen 51-jährigen Mann in ihrem Haus in Billwerder hat die Polizei drei Jugendliche festgenommen. Ein 14-Jähriger sowie zwei 16-Jährige sitzen wegen des Verdachts des schweren Raubes nun in Untersuchungshaft. Beim Hamburger CSD verlangten Sicherheitskräfte eines Einkaufszentrums von einem Mann, die Regenbogenflagge einzupacken. Er weigerte sich – dann rückten 16 Polizisten an. ZEIT-Autorin Pia Schreiber hat den Fall aufgeschrieben; lesen Sie hier einen Auszug. Gegen 16.30 Uhr wollten Hazeem, Dimitrii und ihre Freunde eine Pause einlegen, schnell etwas essen. Sie waren da schon einige Stunden unterwegs gewesen: Zusammen mit 300.000 anderen Menschen zogen sie am vergangenen Samstag durch Hamburg (Z+), um den 46. Christopher Street Day (CSD) zu feiern. Um sich für Sichtbarkeit, gleiche Rechte und den Schutz queerer Menschen vor Diskriminierung einzusetzen. Noch nie hatte es in Hamburg bei einem CSD so viele Teilnehmende gegeben – man kann das als Zeichen der Solidarität werten, nachdem eine Woche zuvor bei der CSD-Parade in Berlin ein Mensch durch einen islamistischen Anschlag starb und 31 weitere verletzt wurden (Z+). In Hamburg blieb die Stimmung soweit friedlich. Die Sonne schien, die Bässe dröhnten. Dimitriis und Hazeems Gruppe bestand insgesamt aus sieben Personen, auch Dimitriis Ehemann war dabei. Sie entschlossen sich, bei McDonald’s im ersten Obergeschoss der Europa Passage, dem Einkaufszentrum in der Innenstadt, etwas zu essen. Sie gaben ihre Bestellung auf. Während sie auf das Essen warteten, wurde Hazeem von einem Security-Mitarbeiter des Einkaufzentrums angesprochen. Er solle die Regenbogenfahne abnehmen, die er sich über die Schultern gelegt hatte. Sie sei hier verboten. So erzählen es Hazeem und Dimitrii im Gespräch mit der ZEIT. Die Nachnamen der Männer sind der Redaktion bekannt, werden zu ihrem Schutz aber nicht veröffentlicht. Hazeem sagt, er wollte einen Konflikt vermeiden und nahm die Fahne ab, um sie in seinem Rucksack zu verstauen. Dimitrii hielt ihn davon ab. Heute ist CSD, habe er zu Hazeem gesagt. Das sei ihr Tag. Sie dürfen das. "Er war sehr mutig", sagt Hazeem über seinen Freund. "Und er hatte ja auch recht." Dimitrii nahm die Fahne und band sie sich um den Hals. Wie die Situation eskalierte, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) Zu Hause rausgeworfen, Drogen, psychische Probleme: Immer mehr junge Menschen sind wohnungslos. Eser Aktay, Michael Illjes und Livia Sarai Lergenmüller haben fünf von ihnen gefragt: Wie geht es euch? Mit dabei ist Omid, 22 Jahre, aus Hamburg. → Zum Artikel (Z+) Die Herbstlese der Buchhandlung Wassermann in Blankenese findet in diesem Jahr vom 1. bis 6. September statt. Am 4. September ist zum Beispiel der Schweizer Schriftsteller Alex Capus zu Gast und stellt seinen neuen Roman Querfeldein vor. 4.9., 20 Uhr; Stadtteilschule Blankenese, Frahmstraße 15 a/b; Tickets bekommen Sie hier Im Krankenhaus, Frühstück wird ausgegeben. Mich lachen zwei einsame Edamerscheiben an, jeweils ein Päckchen Erdbeerkonfitüre, Frischkäse sowie drei Portionen Margarine, ein Joghurt und ein Apfel. Kein Brot! Aus dem Nachbarzimmer vernehme ich eine der fidelen älteren Damen: "Wenigstens werden wir davon nicht dick!" Gehört von Mark Schoen Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren.