Datum05.08.2026 03:16
Quellewww.spiegel.de
TLDRDrei weibliche Löwen sind im Tama-Zoo in Tokio vermutlich an Hitzschlag gestorben. Die Tiere zeigten Appetitlosigkeit und Mattigkeit, später Organversagen und Dehydrierung. Der Zoo vermutet eine Kombination aus extremer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit als Ursache, was sich von der Hitze in Afrika unterscheide. Das Gehege bleibt geschlossen, während Gegenmaßnahmen wie Wassersprenger und verbesserte Belüftung geprüft werden.
InhaltMan sollte meinen, Löwen mache große Wärme eher wenig aus. Doch in einem Zoo in Tokio hat die jüngste Hitzewelle gleich drei weibliche Tiere das Leben gekostet. Die Leitung versucht sich in Erklärungen. Nach einer heftigen Hitzewelle sind im größten Zoo in der Präfektur Tokio drei Löwen gestorben. Die Todesfälle haben sich bereits vergangene Woche ereignet, wie der Tama-Zoo mitteilte. Der Zoo hatte das Löwengehege schon am 23. Juli geschlossen, nachdem mehrere der insgesamt 16 Tiere Anzeichen gesundheitlicher Probleme gezeigt hatten. Zunächst litten die Löwen vor allem unter Appetitlosigkeit, Mattigkeit und verminderter Aktivität. Später verschlechterte sich der Zustand einiger Tiere deutlich. "Einige erkrankten schwer und waren unter anderem nicht mehr in der Lage aufzustehen oder verloren das Bewusstsein", hieß es in der Mitteilung des Zoos. Bei den toten Tieren sei Dehydrierung und mehrfaches Organversagen festgestellt worden. Weitere Löwen seien in Behandlung. Man vermute einen Zusammenhang mit der Hitzewelle seit Mitte Juli, hieß es aus dem Zoo. Das Löwengehege bleibt demnach bis auf Weiteres geschlossen. In Teilen Japans sind die Temperaturen zuletzt wiederholt auf bis zu 40 Grad Celsius gestiegen. Die Zoo-Sprecherin verwies darauf, dass Löwen eigentlich als widerstandsfähig gegen Hitze gelten. "Die Hitze hier geht aber mit hoher Luftfeuchtigkeit einher; das unterscheidet sich von der Hitze bei trockener Luft in Afrika", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. "Und in diesem Sommer setzte die Hitze schlagartig ein, gleich nachdem die Regenzeit im Juli vorüber war." Man werde nun Gegenmaßnahmen einleiten, so die Sprecherin. Dazu gehören Wassersprenger, verbesserte Ventilation und gezielter Einsatz von Klimaanlagen. Für die menschliche Bevölkerung hatte das extreme Wetter ebenfalls Folgen. Laut dem britischen "Guardian" wurden zwischen dem 20. und 26. Juli mehr als 18.600 Menschen mit Hitzschlag in Krankenhäuser gebracht. Allein 45 davon hätten bereits den Transport nicht überlebt.