Datum05.08.2026 02:42
Quellewww.zeit.de
TLDRUS-Medien berichten von einem stark reduzierten Bestand an Abwehrraketen, darunter THAAD und Patriot, im Irankrieg. Die Regierung, vertreten durch Verteidigungsminister Hegseth und Präsident Trump, dementiert diese Berichte vehement und bezeichnet sie als "Fake News". Analysen beziffern die Verbrauchsraten auf bis zu 80 Prozent bei THAAD und 50 Prozent bei Patriot. Auch Bestände an Präzisionswaffen und Tomahawk-Marschflugkörpern sollen signifikant gesunken sein.
InhaltDie USA sollen einen großen Teil ihrer Abwehrraketen aufgebraucht haben, berichten US-Medien. Die Regierung dementiert und spricht von "Fake News". Das US-Militär soll fast 80 Prozent seiner Abwehrraketen für ein wichtiges Raketenabwehrsystem im Irankrieg aufgebraucht haben. Das berichtet der Sender CNN mit Berufung auf zwei mit dem jüngsten Bestandsbericht des Militärs vertraute Quellen. Demnach sollen US-Kommandeure vor "gefährlich niedrigen" Munitionsbestände warnen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dementierte den Bericht. Wie CNN berichtet, hat das US-Militär seit Kriegsbeginn fast vier Fünftel seines THAAD-Raketenbestands im Vergleich zum Vorkriegsbestand aufgebraucht und etwa die Hälfte seiner Patriot-Abfangraketen eingesetzt. Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) steht für ein System, das Kurz- und Mittelstreckenraketen abwehren kann. Hegseth meldete sich wenige Stunden nach Veröffentlichung des Berichts bei X zu Wort. Der Bericht sei nicht wahr, CNN solle sich schämen, schrieb er und sprach von Fake-News-Medien. Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schätzte Stand Ende Juli, dass den USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Krieg seien es geschätzt etwa 2.300 gewesen. Bei THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus. Ende Juli seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge haben die USA auch einen Großteil ihrer weltweiten Bestände an hochpräzisen Langstreckenraketen aufgebraucht. Dies schüre Sorgen über die Einsatzbereitschaft des US-Militärs für künftige Konflikte, sagten Regierungsvertreter laut Reuters mit Blick auf die niedrigen Lagerbestände. Bei den Raketen handelt es sich vor allem um Boden-Boden-Geschosse des Heeres. Die USA hätten "nahezu alle" dieser Waffen eingesetzt, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur. Zu genauen Zahlen wollten sie allerdings keine Angaben machen. Analysten zufolge wären solche Waffen, die über eine Million Dollar pro Stück kosten, auch in einem Konflikt mit China oder Russland von Bedeutung. Zudem hätten die USA seit Kriegsbeginn knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, sagte eine Person, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Diese werden von der Marine von Schiffen und U-Booten aus gestartet. Auch US-Präsident Donald Trump wies die Bedenken zurück. Die USA hätten "weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt" und "weit mehr, als wir brauchen", hieß es in einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung.