Möglicher Angriff der Huthis: Seedrohne versenkt Frachtschiff vor der Küste Jemens

Datum04.08.2026 21:15

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Frachtschiff unter indischer Flagge wurde vor der Küste Jemens durch eine mutmaßlich iranische Seedrohne versenkt. Die Besatzung konnte gerettet werden. Der Angriff ereignete sich im Roten Meer nahe Hudaida. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer intensiviert haben, werden verdächtigt. Diese Aktionen erhöhen die Sorge um die Sicherheit der wichtigen Seeroute Bab al-Mandab und mögliche Auswirkungen auf den Welthandel.

InhaltDie von Iran unterstützte Huthi-Bewegung intensivierte jüngst ihre Angriffe im Roten Meer. Nun ist ein Frachtschiff unter indischer Flagge von einem Drohnenboot zerstört worden, das offenbar aus iranischer Herstellung stammt. Ein Frachter ist nach Angaben des Jemen vor der Landesküste von einem Drohnenboot angegriffen und versenkt worden. Es handle sich um ein aus Dschibuti in Ostafrika kommendes hölzernes Frachtschiff, das unter der Flagge Indiens gefahren sei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Regierung im Jemen. Der Angriff im Roten Meer vor der Hafenstadt Hudaida habe zu einem Brand an Bord der "Faize Noore Oliya" geführt, woraufhin das Schiff gesunken sei. Die 14 meist indischen Besatzungsmitglieder seien von der Küstenwache und Marinesoldaten gerettet worden. Das Schiff habe Güter in die jemenitische Hafenstadt Mokka bringen sollen. Aus Militärkreisen hieß es, das Drohnenboot stamme aus "iranischer Herstellung". Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz, auf die sich der Verdacht bei dem Angriff richtet, äußerte sich zunächst nicht. Die Miliz hatte am Mittag mitgeteilt, sie habe den Flughafen Nadschran im südlichen Saudi-Arabien mit einer Drohne angegriffen. Eine Bestätigung aus Riad gab es dafür nicht. Auch die mit Präsidialratsmitglied Tarik Salih verbündeten Kämpfer an Jemens Westküste bestätigten den Angriff und den Rettungseinsatz im Roten Meer. Opfer habe es nicht gegeben, berichteten die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte. Jemens Präsidialrat führt die international anerkannte Regierung des Landes. Salih, Neffe des getöteten Präsidenten Ali Abdullah Salihkontrolliert mit seinen Truppen Abschnitte an Jemens Westküste am Roten Meer. Die Huthi-Milizen kämpfen seit Jahren gegen die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Sie haben jüngst mit einer neuen Welle an Angriffen im Roten Meer begonnen, wie schon 2023. Dabei haben sie mehrere Schiffe attackiert oder diese gezwungen, einen langen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung zu nehmen. Wegen der Angriffe wird befürchtet, dass die wichtige Meerenge Bab al-Mandab wie die Straße von Hormus faktisch geschlossen werden könnte – mit noch schwereren Folgen für den Welthandel und Energiepreise. Der Verkehr durch den Bab al-Mandab läuft aber vorerst weiter. China soll Kontakt mit den Huthis aufgenommen haben, um Angriffe auf seine Schiffe zu vermeiden und die sichere Durchfahrt zu ermöglichen.