Eskalation auf Bundesstraße: Messerangriff auf B221: Prozess gegen 56-Jährigen gestartet

Datum04.08.2026 16:55

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Prozess gegen einen 56-Jährigen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hat begonnen. Er soll auf der B221 den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau gezielt ausgebremst und mit einem Messer angegriffen haben. Das Opfer erlitt schwere Stichverletzungen. Jahrelange Streitigkeiten um das Umgangsrecht waren laut Opfer der Auslöser. Dem Angeklagten droht eine mehrjährige Haftstrafe.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Eskalation auf Bundesstraße“. Lesen Sie jetzt „Messerangriff auf B221: Prozess gegen 56-Jährigen gestartet“. Nach einer Messerattacke auf der Bundesstraße 221 im niederrheinischen Brüggen hat vor dem Landgericht Krefeld der Prozess gegen einen 56-Jährigen begonnen. Dem Mann werden versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.  Der Anklage zufolge soll er den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau gezielt angegriffen haben. Der Mann äußerte sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Vor rund einem halben Jahr soll der Angeklagte den Wagen des heute 33-jährigen Opfers auf der B221 nahe der deutsch-niederländischen Grenze gezielt ausgebremst haben. Nach der Anklage entwickelte sich anschließend eine Auseinandersetzung, bei der der 56-Jährige den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau mit einem Messer angegriffen haben soll.  "Ich hatte drei Kinder im Auto", sagte das als Nebenkläger im Prozess auftretende Opfer. Der 33-Jährige erlitt einen Stich in den Bauch und wurde nach Polizeiangaben schwerst verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Der Beifahrer wurde mit einem Faustschlag verletzt.  Nach der Anklage war der Auseinandersetzung ein Bierflaschenwurf des 33-Jährigen auf das Auto des Angeklagten vorausgegangen. Der 56-Jährige soll daraufhin mehrfach mit einem Messer auf den Mann eingestochen haben. Erst als weitere Zeugen hinzukamen, habe er die Attacke beendet. Der Mann wurde wenig später von der Polizei in der Nachbargemeinde Bracht festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der 56-Jährige mit syrischer Staatsangehörigkeit ist mehrfacher Vater. Bei seiner Festnahme war einer seiner minderjährigen Söhne dabei. Der Attacke gingen nach Angaben des Opfers jahrelange Streitigkeiten zwischen dem Angeklagten und dessen Ex-Frau voraus. Hauptstreitpunkt sei das Umgangsrecht für die beiden gemeinsamen Kinder gewesen, sagte der 33-Jährige vor Gericht. Die Beziehung des früheren Ehepaars sei von Gewalt und Angst geprägt gewesen. Auch ihm habe der Angeklagte gedroht. Er habe den 56-Jährigen unter anderem angezeigt, "weil er versucht hatte, mich mit einem Auto zu überfahren". Der Angeklagte verfolgte die Aussagen teils kopfschüttelnd, teils mit einem amüsierten Lächeln. Für den Prozess (AZ: 22 Ks 20/26) sind bis Anfang September noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Dem Angeklagten droht eine mehrjährige Gefängnisstrafe. © dpa-infocom, dpa:260804-930-483740/1