Debatte über Arbeitskräfte: Schulze hält Zuzug in Arbeitsmarkt für nötig

Datum04.08.2026 14:03

Quellewww.zeit.de

TLDRSachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sieht Zuwanderung in den Arbeitsmarkt als Notwendigkeit aufgrund des demografischen Wandels. Er bedauert, dass nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden können, obwohl 30.000 bis 35.000 Menschen im Land nicht arbeiten. Schulze befürwortet die Wiedereinführung der Bürgerarbeit zur Reintegration in den Arbeitsmarkt. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt dies ab und fordert stattdessen mehr Investitionen in Familienpolitik, weniger Verwaltungspersonal und den Einsatz von KI zur Effizienzsteigerung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Debatte über Arbeitskräfte“. Lesen Sie jetzt „Schulze hält Zuzug in Arbeitsmarkt für nötig“. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hält Zuwanderung in den Arbeitsmarkt angesichts des demografischen Wandels für nötig. Für zwei Menschen, die in den Ruhestand gehen, komme nur ein Mensch für den Arbeitsmarkt nach, sagte Schulze beim Verbändedialog mit Vertretern von CDU, AfD, Linke, SPD, FDP, Grüne und BSW. "In einzelnen Bereichen brauchen wir auch einen Zuzug in den Arbeitsmarkt", sagte Schulze.  Er betonte, dass in Zukunft wohl nicht mehr alle Ausbildungsplätze werden besetzt werden können. Zugleich gebe es in Sachsen-Anhalt 30.000 bis 35.000 Menschen, die arbeiten gehen könnten, es aber nicht tun. "Deshalb haben wir die Bürgerarbeit wieder eingeführt, weil ich möchte, dass hier in Sachsen-Anhalt jeder, der eine staatliche Leistung kriegt, auch eine Gegenleistung bieten muss und idealerweise auch in den Arbeitsmarkt zurückkommt", sagte Schulze. Sein Hauptkontrahent im Wahlkampf, AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, sagte: "Wir müssen es aus eigener Kraft schaffen." Es sei ein Armutszeugnis, dass in den vergangenen 30 Jahren nicht genügend in Familienpolitik investiert worden sei. Er forderte weniger Personal in der Verwaltung und mehr Fokus auf "Leistungsberufe", wie er sagte. "Die Staatsquote wird immer höher, immer mehr Mitarbeiter in der Verwaltung in einem Bundesland, das immer kleiner wird, immer mehr komische, neue Berufsbilder, die früher nicht gebraucht wurden", sagte Siegmund. Als Beispiel für diese Berufe nannte er "Integrationslotsen, Gleichstellungsbeauftragte, Hasselbachplatz-Manager". Siegmund brachte auch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung ins Spiel, um dort weniger Personal einsetzen zu können. © dpa-infocom, dpa:260804-930-482781/1