Datum04.08.2026 08:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Dortmunder Stadtwerke haben auf Klimaanlagen in neuen U-Bahnen verzichtet, um Strom und Geld zu sparen. Diese Entscheidung, die 70 Millionen Euro zusätzlich gekostet hätte und jährlich sieben Millionen Kilowattstunden Strom einspart, stößt bei einigen Fahrgästen auf Unverständnis. Der Verkehrsbetrieb räumt eine Komforteinbuße an warmen Tagen ein, verweist aber auf die kurze Fahrtdauer der meisten Pendler. Auch in Berlin fehlen in neuen U-Bahnen Klimaanlagen, dort jedoch aus Platzgründen.
InhaltUm Strom und Geld zu sparen, haben die Dortmunder Stadtwerke auf Klimaanlagen in ihren neuen U-Bahnen verzichtet. In der aktuellen Hitzewelle gefällt das nicht jedem Fahrgast. Sich unter den schwitzigen Achseln der Mitmenschen in der überfüllten U-Bahn durchzuquetschen, zählt für die wohl meisten Pendler zu den eher unangenehmen Erfahrungen des Sommers. Zumindest etwas Abhilfe könnten da Klimaanlagen schaffen, die die Temperaturen im Wageninneren etwas senken. In Dortmund haben sich die Stadtwerke bei der Bestellung ihrer neuen Bahnen nun aber gegen diese Ausstattsvariante entschieden. 70 Millionen Euro hätte das zusätzlich gekostet. Geld, das das Unternehmen DSW21 lieber in zusätzliche Fahrzeuge investiert habe, wie der zuständige Betriebsleiter dem Sender WDR sagte. Außerdem könne so viel Strom eingespart werden, rund sieben Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das ist so viel wie sonst mehr als 2000 durchschnittliche Haushalte verbrauchen. Die Entscheidung gegen die Klimaanlagen stößt bei einigen Fahrgästen jedoch auf Unverständnis. Eine Nutzerin der neuen Bahnen sagte dem WDR: "Für alles ist Geld da, nur für sowas wieder nicht. Das finde ich nicht in Ordnung." Ein anderer sprach von einer "Hitzewand", auf die man stoße, wenn man von einer kühlen, unterirdischen Haltestelle in die Bahn steige. Der Betriebseiter des Verkehrsbetriebs räumte ein, dass es ohne Klimaanlagen an warmen Tagen eine "Komforteinbuße" gebe. Allerdings seien die meisten Menschen nur wenige Haltestellen lang mit der Bahn unterwegs. Dortmund ist nicht die einzige Großstadt, die im Nahverkehr weiterhin auf die Geräte verzichtet. Auch in den neuen Berliner U-Bahnen fehlen Klimaanlagen. Dort wurde jedoch argumentiert, Klimaanlagen nähmen zu viel Platz weg. Die Züge würden mit den üblicherweise auf dem Dach verbauten Geräten nicht mehr einfach durch alle U-Bahntunnel passen. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Klappfenster statt Klimaanlage, Berlin bestellt für Milliarden Euro neue U-Bahnen mit veralteter Technik .