Clara Bünger: Linke fordert umfassende Aufklärung des CSD-Anschlags

Datum04.08.2026 07:59

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Linke fordert umfassende Aufklärung des islamistischen Anschlags auf den Berliner CSD. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Clara Bünger kritisiert, dass der Bundesinnenminister voreilige Schlüsse gezogen habe. Zentral ist die Frage, warum ein als Risikofall eingestufter Täter nicht engmaschiger überwacht wurde. Die Linke fordert Antworten zur Informationsweitergabe zwischen Behörden und betont, dass Islamismus eine queerfeindliche Ideologie ist.

InhaltBevor Konsequenzen gefordert werden könnten, müsse der islamistische CSD-Anschlag erst aufgeklärt werden, fordert die Linke. Am Mittag berät der Innenausschuss darüber. Die innenpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Clara Bünger, hat eine umfassende Aufklärung des islamistischen Anschlags auf den Berliner CSD gefordert. "Jeden Tag kommen neue Informationen ans Licht", sagte sie im ZDF-Morgenmagazin. "Es stellt sich vor allem die Frage: ›Wie kann es sein, dass eine Person, die als hoher Risikofall eingestuft wurde, nicht engmaschiger überwacht wurde?‹" Darüber müsse der Innenausschuss des Bundestages sprechen, der an diesem Dienstag tagen soll. Aufklärung müsse politischen Forderungen vorausgehen, sagte Bünger weiter. Der Bundesinnenminister habe wenige Tage nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin am 25. Juli bereits eine fertige Interpretation des Tathergangs geliefert, ohne den Sachverhalt ausreichend aufzuklären. So habe er etwa die Aussage getätigt, dass es sich um einen Einzeltäter handele, ohne es zu belegen. Das sei nicht angebracht. Auch für die Forderungen der Union äußerte sie Unverständnis. So gehe etwa der Vorschlag, zu prüfen, ob man doppelten Staatsbürgern die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen könne, am Sachverhalt vorbei – der Täter hatte nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Auch abschieben hätte man ihn deshalb nicht können. Für die Linke sei die zentrale Frage: Wie kann es sein, dass die Informationen, die das Gemeinsame Terrorabwehrzentrum hatte, nicht ans Gericht übermittelt wurden?, sagte Bünger weiter. "Wir erwarten von der Bundesregierung klare Antworten." Schon auf Grundlage der aktuellen Gesetze hätte der Täter nämlich in reguläre Haft genommen werden können – und das sei wohl auch passiert, hätte das Gericht alle Informationen bekommen. Zuletzt Die Linke stehe an der Seite der queeren Community, und dazu gehöre es auch, Aufklärung zu verlangen, sagte Bünger. Den Vorwurf, die Linke habe einen blinden Fleck bei Islamismus, wies sie zurück. Ihre Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Elif Eralp, habe den Anschlag klar als "islamistischen Anschlag" benannt. Islamismus sei eine queerfeindliche und antifeministische Ideologie, der sich die Linke entgegenstelle. Die Linke stehe hier klar an der Seite der queeren Community und verurteile Islamismus. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.