Arbeitsmarkt: Mehr Menschen mit Behinderung im Südwesten sind arbeitslos

Datum28.11.2025 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Baden-Württemberg ist die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit Behinderungen im Oktober 2023 auf über 17.460 gestiegen, was einem Anstieg von über sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote beträgt nun über 9 Prozent. Die Wirtschaftskrise hat die Situation verschärft und die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt gefährdet. Trotz Beschäftigungspflichten bleiben viele Unternehmen ihrer Verantwortung nicht nach und über 25 Prozent beschäftigen keine Menschen mit Behinderung. Die aktuellen Daten stammen aus dem jährlichen Inklusionsbarometer von Aktion Mensch und dem Handelsblatt Research Institute.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Mehr Menschen mit Behinderung im Südwesten sind arbeitslos“. Die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderung in Baden-Württemberg bleibt hoch. Im Oktober des laufenden Jahres warenbereits etwa 17.460 Menschen mit Behinderung ohne Anstellung, über sechs Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat, heißt es im jüngsten Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes. Die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderung habe im vergangenen Jahr angezogen und liege bei nunmehr über 9 Prozent.  Ebenso erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung – um nahezu fünf Prozent auf einen Jahresdurchschnitt von 16.130. Die Wirtschaftskrise habe die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung in eine dauerhafte Krise gestürzt. Die Sprecherin von Aktion Mensch, Christina Marx, sagte, der Missstand verfestige sich weiter. "Wir sehen uns mit einem drastischen Rückschlag für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert." Es werde Jahre dauern, diese Krise zu überwinden. Ab 20 Mitarbeitenden sind Arbeitgeber verpflichtet, Menschen mit Schwerbehinderung zu beschäftigen. Erfüllt ein Arbeitgeber die Pflichtquote von fünf Prozent nicht, muss er für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe bezahlen.  Der Abstand zu dem vorgeschriebenen Fünf-Prozent-Anteil habe sich im vergangenen Jahr erneut vergrößert – mit 3,9 Prozent sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit der ersten Ausgabe des Inklusionsbarometers im Jahr 2013, so die Autoren weiter. Dabei stieg demnach gleichzeitig die Anzahl an Unternehmen, die unter die Beschäftigungspflicht fallen, auf nun 24.939 – und damit auch die Anzahl an Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung. Ganz konkret bedeutet dies: Trotz Verpflichtung beschäftigt in Baden-Württemberg mehr als jedes vierte Unternehmen keine Menschen mit Behinderung, weitere 38 Prozent tun dies nur in Teilen, heißt es im jüngsten Inklusionsbarometer weiter. Die Studie kommt seit 2013 jedes Jahr heraus, sie basiert vor allem auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. © dpa-infocom, dpa:251128-930-351490/1