Kritik am Fifa-Präsidenten: »Jetzt hat er es übertrieben« – Matthäus poltert gegen Infantino

Datum04.08.2026 02:55

Quellewww.spiegel.de

TLDRLothar Matthäus kritisiert Fifa-Präsident Gianni Infantino scharf für dessen gescheiterte Investorenpläne und bezeichnet sie als unsinnig. Nach massivem Widerstand zog Infantino die Pläne zurück, doch der Druck auf ihn wächst. Die Uefa droht mit rechtlichen Schritten. Wales und Serbien entzogen Infantino ihre Unterstützung für eine Wiederwahl. Matthäus meint, Infantino habe übertrieben und könnte nun seine Quittung erhalten.

InhaltDie Uefa droht mit rechtlichen Schritten gegen Gianni Infantino, die Debatte über einen möglichen Nachfolger des umstrittenen Fifa-Chefs ist in vollem Gange. Nun schaltet sich auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ein. Lothar Matthäus hat Fifa-Präsident Gianni Infantino für dessen Investorenpläne scharf kritisiert. "Er hat für seine Pläne einen der falschesten Zeitpunkte ever gewählt", schrieb der Ex-Fußballprofi in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. "Zum anderen gibt es für mich kaum etwas Unsinnigeres als diese Idee." Infantino wollte mit dem Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte des Fußball-Weltverbandes, etwa an der WM, eine Milliardensumme einnehmen. Nach massivem Widerstand zog er die Pläne zurück (mehr dazu hier ). Doch der Druck auf ihn wächst. Zuletzt drohte die Europäische Fußball-Union (Uefa) dem Fifa-Boss mit rechtlichen Schritten. Sie forderte Infantino laut "Telegraph" und "Financial Times" auf, sämtliches Material zum zurückgezogenen Investorenvorhaben nicht zu vernichten (mehr dazu hier). Infantino wollte sich eigentlich am 18. März 2027 ein letztes Mal für weitere vier Jahre zum Fifa-Präsidenten wählen lassen. Als erster Nationalverband entzog Wales öffentlich seine Unterstützung. "Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen", zitierte Sky News in England den Walisischen Fußballverband FAW. Der serbische Verband zog nach: Man habe Infantino am 25. Mai dieses Jahres zwar schriftlich seine Unterstützung zugesichert, hieß es in einem Schreiben. Man ziehe diese aber nun zurück. Auch England arbeitete Medienberichten zufolge an einem ähnlichen Brief an die Fifa-Spitze. Matthäus schrieb  nun, Infantino habe zwar auch "einiges richtig gemacht in der Vergangenheit". Es sei nicht alles verkehrt gewesen in seiner Amtszeit, "auch wenn es bei ihm immer ums Geld geht". "Aber jetzt hat er es übertrieben. Er ist schlecht beraten worden oder hat sich gar nicht beraten lassen", so Matthäus. Infantino bekomme "wahrscheinlich jetzt seine Quittung und das, was sich viele seiner Gegner gewünscht haben". Die gescheiterten Investorenpläne könnten Gianni Infantino das Amt kosten. Mehr dazu, welche zwei Optionen seine Widersacher haben und wer mögliche Nachfolger sind, erfahren Sie hier .