Datum04.08.2026 01:19
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump kritisiert Staatsanwältin Jeanine Pirro scharf wegen des Debakels um den Reflecting Pool in Washington. Nach einer misslungenen Renovierung, die zu Algenblüten und abgeblätterter blauer Farbe führte, wirft Trump Pirro vor, den Fall "vermasselt" zu haben. Sie soll eine Klage gegen einen Verdächtigen fallen gelassen haben, was Trump als "Einknicken" bezeichnet. Laut CNN droht Pirro wegen der Unzufriedenheit des Präsidenten möglicherweise der Rauswurf. Trump versucht zudem, Distanz zu dem ausführenden Unternehmen aufzubauen.
InhaltDas Debakel um den Reflecting Pool in der US-Hauptstadt könnte ein Nachspiel haben. Präsident Donald Trump hat sich auf Jeanine Pirro eingeschossen. Laut CNN droht der Staatsanwältin sogar der Rauswurf. Der Druck auf Jeanine Pirro wird nach dem Ärger um den Reflecting Pool in der US-Hauptstadt immer größer. US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar auf die Staatsanwältin für den District of Columbia eingeschossen – und laut dem Sender CNN steht auch eine Entlassung im Raum. Der Präsident wurde zuletzt deutlich: "Ich glaube, sie hat es vermasselt… Ich weiß auch nicht, was zum Teufel da passiert ist", sagte er am Montag (Ortszeit). Hintergrund ist die misslungene Renovierung des Wasserbeckens in Washington, D.C., die reichlich Kosten und jede Menge Spott nach sich gezogen hatte. Das Justizministerium hatte jüngst erklärt, der frisch renovierte Lincoln Memorial Reflecting Pool sei durch Installationsfehler beschädigt worden (mehr dazu hier). Trump hingegen beharrt, dass Vandalismus dahintersteckt. In einer am vergangenen Freitag eingereichten 20-seitigen Gerichtsakte baten die von Trump ernannte Pirro und der stellvertretende US-Staatsanwalt Michael Spence einen Richter, die Klage der Trump-Regierung gegen den früheren Profisportler David Hearn fallen zu lassen (mehr hier). Die Regierung hatte den 67-jährigen ehemaligen Olympia-Kanuten beschuldigt, das Becken mutwillig beschädigt zu haben, das zu einem Symbol für Trumps Bemühungen um die Umgestaltung Washingtons geworden ist. "Ich bin sehr enttäuscht von Jeanine Pirro. Sie ist eingeknickt wie ein Regenschirm", so Trump weiter. Er benutzte das Wort "to fold", was im Englischen sowohl "falten" als auch "einknicken/nachgeben" bedeuten kann. CNN berichtet, dass sich Trump durch den Schritt von Pirro hintergangen fühle. Basierend auf zwei Quellen im Umfeld des Präsidenten, kommt der Sender zu dem Schluss, dass die Staatsanwältin schon bald ihren Job verlieren könnte. Laut den Quellen habe der Republikaner am Wochenende immer wieder seinen Unmut über Pirro verbreitet. Am Montag erklärte Trump zudem, dass er das ausführende Unternehmen der Pool-Arbeiten "nicht kenne". Das steht im krassen Widerspruch zu seinen früheren Aussagen, wonach die Firma in der Vergangenheit auf seinen Golfplätzen gearbeitet habe. Im April hatte Trump noch gesagt: "Ich hab da jemandem, der ist unglaublich gut im Umgang mit Schwimmbecken. Er hat es sich angesehen und mich angerufen." Nun versucht Trump offenbar, Distanz zu dem Unternehmer aufzubauen. Vor der Feier zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung der USA am 4. Juli hatte Trump das gut 600 Meter lange Reflexionsbecken am Lincoln Memorial mit blauer Farbe beschichten lassen, die er "American Flag Blue" nannte. Doch als das renovierte Becken im Juni gefüllt wurde, bildeten sich schnell Algenblüten, die das Wasser grün färbten, während die blaue Farbe abblätterte. Das Becken geriet zum Objekt des Spotts über Trump, etwa mit dem Wortspiel "Strait of Warm Ooze" (Straße des warmen Schleims), in Anspielung auf die im Englischen ähnlich klingende Straße von Hormus – die Meerenge zwischen Iran und Oman, die infolge des von Trump begonnen Irankriegs zum Problem für die Weltwirtschaft wurde.