Trumps Wunsch-Justizminister: Republikanische Senatoren geben Widerstand gegen Bestätigung von Blanche auf

Datum03.08.2026 18:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwei republikanische Senatoren haben ihre Unterstützung für Todd Blanche als Justizminister zugesagt, nachdem dieser einen umstrittenen Entschädigungsfonds für vermeintliche Opfer politisch motivierter Strafverfolgung zurückgenommen hat. Kritiker befürchteten, der Fonds hätte Trump-Anhänger, darunter Kapitol-Stürmer, begünstigt. Die Zustimmung der Senatoren erfolgte nach schriftlichen Zusicherungen, dass der Fonds aufgehoben ist und nur rückwirkenden Schutz für Steuerprüfungen bietet.

InhaltDonald Trump kann seinen früheren Anwalt zum Justizminister machen: Zwei rebellische Senatoren haben nun ihre Unterstützung für die Personalie zugesagt. Allerdings zu einem für den US-Präsidenten hohen Preis. Zwei republikanische Senatoren wollten die Ernennung von Todd Blanche im US-Senat blockieren – nun haben John Cornyn und Thom Tillis erklärt, für die Nominierung von Donald Trumps früherem Anwalt als Justizminister zu stimmen. Das gaben die beiden in einer gemeinsamen Stellungnahme bekannt. Blanche führt das Amt derzeit kommissarisch. Vor der Bekanntgabe der Unterstützung hatte Blanche die Pläne für einen umstrittenen Entschädigungsfonds für vermeintliche Opfer politisch motivierter Strafverfolgung endgültig zurückgenommen. Der Fonds sei aufgehoben und habe somit weder Rechtskraft noch Wirkung, schrieb Blanche am Sonntagabend (Ortszeit) auf X. Ursprünglich sollten nach Plänen des Justizministeriums rund 1,8 Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) in den Fonds fließen. Mit dem Geld sollten angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschädigt werden. Kritiker hatten die Befürchtung geäußert, dass auf diese Weise Staatsgeld für die Belohnung von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump genutzt werden könnte, die beim Sturm auf das Kapitol im Januar 2021 dabei gewesen und dafür während der Regierungszeit Joe Bidens angeklagt worden waren. Trump hatte für viele der Angeklagten nach seinem Amtsantritt 2025 Begnadigungen ausgesprochen. Angesichts der Kritik – auch aus den eigenen Reihen – hatte die Trump-Regierung bereits Anfang Juni angekündigt, auf den Fonds zu verzichten. Cornyn und Tillis beharrten aber auf einer schriftlichen Zusicherung. Beide sitzen im Justizausschuss, der an diesem Dienstag über die Empfehlung Blanches als Trumps Justizminister abstimmen soll. Am Donnerstag hatte Trump erklärt, er könne Blanches Nominierung "zeitweise zurückziehen", bis die beiden Parteirebellen aus dem Kongress ausgeschieden seien. Er hatte darauf hingewirkt, dass Cornyn und Thillis bei den Kongresswahlen am 3. November nicht erneut antreten können – sie scheiden nun im Januar aus dem Senat aus. Allerdings ist Trumps Strategie des Wartens riskant, denn die Republikaner könnten bei den Wahlen ihre knappe Senatsmehrheit verlieren. Der Fonds war das Ergebnis eines bemerkenswerten Vergleichs gewesen: Trump hatte im Januar als Privatperson gegen den Staat geklagt und eine Milliardenentschädigung gefordert. In der Klage war einem damaligen Mitarbeiter der Steuerbehörde (IRS) vorgeworfen worden, sich während Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) unrechtmäßig Zugang zu Steuerdaten der Familienfirma Trump Organization verschafft und diese an "linksgerichtete Medien" weitergegeben zu haben. Die Behörde untersteht dem US-Finanzministerium, das genauso wie das Justizressort von Trumps Regierungsteam kontrolliert wird. Die Parteien legten den Rechtsstreit mit einem Vergleich bei. Dieser enthält neben den nun auch schriftlich zurückgenommenen Plänen für den Entschädigungsfonds einen weiteren umstrittenen Teil, der Trump und anderen Mitgliedern seiner Familie weitreichenden Schutz hinsichtlich Prüfungen ihrer Steuererklärungen bietet. Auch hieran entzündete sich vor einer möglichen Bestätigung Blanches als Justizminister im Senat Widerstand, was die Reichweite der Schutzregelungen angeht. Blanche betonte in einem auf X geteilten Statement nun, dass diese "nur rückwirkend" gelten. Prüfungen künftiger Steuererklärungen Trumps schließt der Vergleich dementsprechend nicht aus.