Datum03.08.2026 09:20
Quellewww.zeit.de
TLDRTrotz Kaufzurückhaltung verzeichnete der deutsche Einzelhandel im ersten Halbjahr ein Umsatzplus. Reale Erlöse stiegen um 0,7 Prozent, nominal um 2,2 Prozent. Im Juni gab es jedoch reale Einbußen. Der private Konsum blieb verhalten, da die Inflation die Kaufkraft mindert. Laut Ifo-Institut schätzen 54 Prozent der Händler die Nachfrage im Juli als unzureichend ein, die Geschäftserwartungen bleiben pessimistisch.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Halbjahresbilanz“. Lesen Sie jetzt „Einzelhandel erzielt Umsatzplus trotz Kaufzurückhaltung“. Der Einzelhandel in Deutschland hat das erste Halbjahr trotz Kaufzurückhaltung von Verbrauchern wegen gestiegener Preise mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Bereinigt um Preissteigerungen (real) waren die Erlöse um 0,7 Prozent höher als in den ersten sechs Monaten 2025, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Nominal, also inklusive Preissteigerungen, betrug das Plus demnach 2,2 Prozent. Nach einer Umsatzsteigerung im Mai, die nach neuesten Berechnungen mit real 1,2 Prozent noch etwas kräftiger ausfiel als zunächst angegeben, gingen die Erlöse im Juni zurück. Im Vergleich zum Mai 2026 sanken sie nach Angaben der Wiesbadener Behörde real um 1,1 Prozent und nominal um 1,2 Prozent. Amtlichen Zahlen zufolge entwickelte sich der private Konsum, der eine wichtige Stütze der Konjunktur ist, in den vergangenen Monaten insgesamt verhalten. Zwar dämpfte der Tankrabatt im Mai und Juni den Preisauftrieb. Die Inflation verharrte jedoch über der Zwei-Prozent-Marke und zog im Juli wieder sprunghaft auf 2,8 Prozent an. Eine höhere Teuerungsrate schmälert die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. In einer Umfrage des Ifo-Instituts schätzen mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Einzelhändler die Nachfrage im Juli als unzureichend ein. Die Erwartungen bleiben überwiegend pessimistisch, auch wenn sie sich zum dritten Mal in Folge verbesserten. Die Stimmung in der Branche sei weiterhin "schlechter als vor der Eskalation des Konflikts im Iran Ende Februar", ordnete Ifo-Experte Patrick Höppner ein. Viele Einzelhändler schätzen demnach die Geschäftsaussichten für den weiteren Jahresverlauf sehr zurückhaltend ein. © dpa-infocom, dpa:260803-930-476537/1