Datum03.08.2026 08:22
Quellewww.zeit.de
TLDRErstmals seit dem Militärputsch 2021 in Myanmar wurde ein Treffen der inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi mit einem Vertreter des Roten Kreuzes öffentlich bekannt. Die Junta veröffentlichte Fotos, die sie mit dem IKRK-Repräsentanten Arnaud de Baecque zeigen. Zuvor gab es kaum verlässliche Informationen zu ihrem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand. Suu Kyi, die seit dem Putsch unter Arrest steht und zu Haft verurteilt wurde, war jahrelang politisch aktiv und stand unter Hausarrest.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Myanmar“. Lesen Sie jetzt „Seltene Bilder von Aung San Suu Kyi: Treffen mit Rotem Kreuz“. Erstmals seit dem Militärputsch in Myanmar vor fünfeinhalb Jahren ist ein Treffen der früheren Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit einem ausländischen Vertreter öffentlich bekanntgeworden. Die Militärregierung veröffentlichte Aufnahmen, die die Friedensnobelpreisträgerin (81) bei einem Treffen mit dem Myanmar-Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Arnaud de Baecque, zeigen. Zu ihrem Aufenthaltsort und Gesundheitszustand gab es zuvor jahrelang kaum verlässliche Informationen. Das Staatsfernsehen berichtete, das Treffen habe am Morgen (Ortszeit) stattgefunden. Wo Suu Kyi und De Baecque zusammenkamen, wurde nicht bekannt. Die Aufnahmen zeigen beide in einem holzvertäfelten Raum. Die Militärregierung veröffentlichte auch Bilder vom 81. Geburtstag der früheren Freiheitsikone im Juni, auf denen sie offenbar im Hausarrest einen Geburtstagskuchen anschneidet. Suu Kyi steht seit dem Militärputsch vom Februar 2021 unter Arrest. Damals hatte das Militär die demokratisch gewählte Regierung gestürzt und die Politikerin festgenommen. Seitdem war sie weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt. Später wurde sie wegen angeblicher Vergehen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Immer wieder gab es Sorge um ihren Gesundheitszustand, unter anderem war von Herzproblemen die Rede. Nach Angaben der Behörden wurde sie Ende April aus einem Gefängnis in Hausarrest verlegt. Suu Kyi war jahrzehntelang die bekannteste Oppositionspolitikerin Myanmars und erhielt 1991 den Friedensnobelpreis für ihren gewaltlosen Einsatz für Demokratie. Bereits von 1989 bis 2010 verbrachte sie insgesamt 15 Jahre isoliert unter Hausarrest. Seit dem Putsch von 2021 befindet sich das frühere Birma in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land. Nach einer international sehr umstrittenen Wahl wurde Armeechef Min Aung Hlaing im April vom Parlament zum Präsidenten erklärt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der Militärmacht. Die Veröffentlichung der Fotos kam nur wenige Tage vor einem geplanten offiziellen Besuch Min Aung Hlaings im Nachbarland Thailand. © dpa-infocom, dpa:260803-930-476351/1