Spionageskandal im englischen Fußball: Deutscher Trainer des FC Southampto berichtet von Morddrohungen

Datum03.08.2026 07:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer deutsche Trainer Tonda Eckert vom FC Southampton äußert sich erstmals zu den Folgen des Spionageskandals. Der Club wurde wegen unerlaubter Beobachtung gegnerischer Trainingseinheiten aus den Aufstiegs-Playoffs ausgeschlossen und erhielt einen Punkteabzug. Eckert gibt die Gesamtverantwortung zu, obwohl er die Regel als neu für sich bezeichnete. Er berichtet von schlaflosen Nächten und Morddrohungen, die polizeiliche Maßnahmen erforderten. Die Konsequenzen für den Verein und die Mannschaft seien kaum härter zu treffen gewesen.

InhaltDer FC Southampton wurde aus den Aufstiegs-Playoffs zur Premier League ausgeschlossen, weil Trainer Tonda Eckert gegnerische Clubs ausspähen ließ. Nun hat sich der Deutsche zu den Auswirkungen geäußert. Der deutsche Trainer Tonda Eckert hat in einem Interview offen über die Spionage-Affäre des englischen Fußball-Zweitligisten FC Southampton gesprochen und von schlaflosen Nächten erzählt. "Es gab sie. Vor allem gab es ein permanentes Gedankenkarussell. Als Cheftrainer bin ich für eine Entscheidung verantwortlich, die wir sehr bereuen", sagt Eckert dem "kicker" . "Ich bin kaum in Sozialen Netzwerken aktiv, was in dieser Situation hilfreich war. Trotzdem fanden Menschen Wege, mir Drohungen zukommen zu lassen", berichtet Eckert weiter. Er habe auch Morddrohungen erhalten. "Ja, das konnte auch nicht mehr ohne Polizei ablaufen. Ich möchte nicht auf Details eingehen, nur so viel: Mir wurde empfohlen, nicht mehr selbst zu fahren, sondern hinten im Auto zu sitzen. Das war sehr schwierig", schildert Eckert. Eckert hatte eingeräumt, Mitarbeiter beauftragt zu haben, Trainingseinheiten von Gegnern zu beobachten. Nach den Regularien der englischen Fußball-Liga (EFL) ist das allerdings verboten. Eine unabhängige Disziplinarkommission schloss Southampton wegen der Affäre aus den Championship-Playoffs – und damit von einem möglichen Aufstieg in die Premier League – aus und bestrafte den Club mit einem Vier-Punkte-Abzug für die kommende Saison. "Die Konsequenzen hätten für den Verein und die Mannschaft kaum härter sein können", sagte Eckert. "Dann kommt eine öffentliche Wucht, auf die einen nichts vorbereitet." Eckert ist vom Fußballverband FA angeklagt worden und könnte zusätzlich zu den Konsequenzen für den Club gesperrt werden. Der 33 Jahre junge Trainer aus Deutschland betonte, dass ihm die Regelung neu war. "Ich wusste es nicht, nein. Ich habe es aber autorisiert, deshalb liegt die Gesamtverantwortung bei mir. Gerade in England sind in der Rolle des Managers viele Aufgaben gebündelt. Die Entscheidung war falsch und hatte riesige Folgen für Spieler, Fans und den Verein."