Staatliche Währungsinterventionen: USA helfen Japan bei schwächelndem Yen

Datum03.08.2026 04:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA haben Japan bei der Stützung des schwächelnden Yen unterstützt, erstmals seit Jahrzehnten. Beide Länder intervenierten gemeinsam am Devisenmarkt, um "übermäßige Volatilität" einzudämmen. US-Präsident Trump bezeichnete dies als "Zeichen der Freundschaft". Der Yen war auf einen 40-Jahrestiefstand gefallen, beeinflusst durch höhere US-Zinsen und steigende Ölpreise. Eine schwache Währung verteuert Importe und schwächt die Kaufkraft.

InhaltDer Yen war zuletzt stark unter Druck geraten. Um die Währung zu stützen, haben Tokio und Washington gemeinsam am Devisenmarkt interveniert – erstmals seit Jahrzehnten. US-Präsident Trump spricht von einem "Zeichen der Freundschaft". Donald Trump hat bestätigt, dass die USA Japan bei der Stützung der schwächelnden Landeswährung Yen geholfen haben. Der US-Präsident sprach am Sonntag an Bord der "Air Force One" vor Journalisten von einem "Zeichen der Freundschaft": "Sie haben einen schwächelnden Yen und wollten ein bisschen Unterstützung. Wir sind immer da, um Japan zu helfen." Der Eingriff komme auch der Weltwirtschaft zugute, sagte Trump. Staatliche Währungsinterventionen kommen nur relativ selten vor. Zuletzt gab es eine solch bilateral abgestimmte Maßnahme zwischen Tokio und Washington Ende der Neunzigerjahre. Zudem intervenierten 2011 die G7-Staaten gemeinsam am Devisenmarkt, um den Yen nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe von Fukushima zu stützen. In Tokio bestätigte auch Japans Finanzministerin Satsuki Katayama das gemeinsame Eingreifen ihres Landes und der USA. Ihr Ministerium habe in Koordination mit dem US-Finanzministerium Yen gekauft, um "übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen" der japanischen Landeswährung einzudämmen, sagte sie am Montag. Die Regierung in Tokio stehe weiterhin in engem Austausch mit den USA und werde bei Bedarf weitere Maßnahmen am Devisenmarkt ergreifen. Die "Financial Times" hatte am Freitag berichtet, dass die USA an der Seite Japans geholfen hatten, den Yen zu stützen. Demnach verkaufte die Zweigstelle der US-Notenbank Fed in New York für das US-Finanzministerium Euro und kaufte dafür Yen. Die japanische Landeswährung war zuvor auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gerutscht – unter anderem eine Folge von höheren US-Zinsen und steigenden Erdölpreisen im Zuge des Irankriegs. Die Zeitung zitierte Analysten mit der Schätzung, die japanische Intervention könnte eine Größenordnung von 8,45 Billionen Yen (rund 46 Milliarden Euro) gehabt haben. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" sprach von zwischen sechs und sieben Billionen Yen. Zwar verbilligt eine schwache Währung die Exporte einer Volkswirtschaft, wovon Japan in den vergangenen Jahren deutlich profitierte. Gleichzeitig wird jedoch der Warenimport teurer und die Kaufkraft der eigenen Bevölkerung vermindert.