Datum03.08.2026 04:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRMassive Attack wurde nach einem Konzert in Singapur wegen des Zeigens einer Palästinenserflagge von der Polizei befragt und ihre Reisepässe wurden vorübergehend beschlagnahmt. Die Band bezeichnete die Erfahrung als "surreal" und kritisierte, dass das Zeigen einer anerkannten Staatsflagge als Gesetzesbruch angesehen werde. Aufgrund dieses Vorfalls ist ihnen die erneute Einreise nach Singapur untersagt. Die Band ist bekannt für ihre Unterstützung der Palästinenser und Kritik an Israel.
InhaltDie Band macht aus ihrer Haltung zu Israel und Gaza keinen Hehl – das hat für Massive Attack nun Folgen: In Singapur stand nach einem Auftritt die Polizei vor den Hotelzimmern. Die Musiker sprachen von einer "surrealen Erfahrung". Diesen Tourstopp dürfte die britische Band Massive Attack noch lange in Erinnerung behalten. Die Gruppe hat nach ihrer Verbannung aus Singapur wegen des Hochhaltens einer Palästinenserflagge bei einem Konzert von einer "surrealen Erfahrung" gesprochen. "Wir waren überrascht und enttäuscht, dass unsere gesamte Band von der Polizei festgenommen, isoliert und getrennt befragt wurde", schrieb die Trip-Hop-Band am Sonntag auf Instagram. Die Hotelzimmer einiger Musiker seien durchsucht und Reisepässe vorübergehend eingezogen worden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Wir hätten uns nicht vorstellen können, dass das bloße Hochhalten einer Fahne eines souveränen Staates, der von 157 Ländern anerkannt wird (Palästina), einen Gesetzesbruch darstellen könnte", schrieb die Band weiter. Diese "surreale Erfahrung" sei eine Erinnerung daran, dass die Menschenrechte und das Recht auf freie Meinungsäußerung überall dort verteidigt werden müssten, wo sie bedroht seien. Die Band um Robert Del Naja ("3D") und Grant Marshall ("Daddy G") war am Mittwoch im Stadtstaat Singapur aufgetreten. Die für ihre Unterstützung der Palästinenser und ihre Kritik an Israel bekannten Musiker hielten dabei eine Palästinenserfahne in die Höhe. Einer der Musiker rief nach Angaben der Polizei "Free Palestine". In Singapur, wo sehr strikte Gesetze herrschen, ist es verboten, eine ausländische Fahne ohne Genehmigung zu zeigen. Die Musiker von Massive Attack wurden von der Polizei "streng verwarnt", wie die britische BBC unter Berufung auf eine Behördensprecherin meldet. Außerdem wurde ihnen eine erneute Einreise nach Singapur untersagt, Genehmigungen für künftige Konzerte sollen nicht mehr erteilt werden. Der 61-jährige Del Naja war im April in London festgenommen worden. Er hatte mit Hunderten weiteren Menschen auf dem zentralen Trafalgar Square demonstriert. Auf einem Schild hatte er seine Unterstützung für die in Großbritannien verbotene Organisation Palestine Action bekundet. Dies hatte letztlich zu seiner Festnahme geführt.