Datum03.08.2026 03:30
Quellewww.zeit.de
TLDRLaut einer DAK-Umfrage in Rheinland-Pfalz möchte eine Mehrheit der über 50-Jährigen (59%) früher in Rente gehen. Ältere Beschäftigte sind seltener, aber länger krank. Für ein längeres Arbeitsverhältnis wünschen sich viele bessere Bezahlung, flexiblere Arbeitszeiten und mehr Wertschätzung. Das Ziel sollte sein, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, anstatt Menschen nur länger arbeiten zu lassen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „"Gesundheitsreport"“. Lesen Sie jetzt „Umfrage: Warum Arbeiten bis 67 für viele keine Option ist“. Mehr als die Hälfte der älteren Beschäftigten in Rheinland-Pfalz möchte laut einer aktuellen Untersuchung der DAK-Gesundheit früher in Rente gehen. Demnach planen 59 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 50 Jahren einen vorzeitigen Ruhestand, wie die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands mitteilte. Damit liege Rheinland-Pfalz über dem Bundesdurchschnitt. Der DAK-Gesundheitsreport "Arbeiten ab 50" zeigt zugleich: Ältere Beschäftigte fehlen seltener am Arbeitsplatz, sind aber im Krankheitsfall länger weg. Grundlage der Untersuchung waren unter anderem die Daten von rund 144.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Rheinland-Pfalz. "Wenn sich jede und jeder zweite ältere Erwerbstätige wünscht, vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden, sollten wir genau hinhören", sagte DAK-Landeschef Rainer Lange der Mitteilung zufolge. "Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die sich Gesundheit, Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen bis zum Ende ihres Berufslebens wünschen." 28 Prozent der Befragten ab 50 Jahren wollen demnach bis zur regulären Altersgrenze arbeiten. Weitere 12 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Über alle Gruppen hinweg denken 44 Prozent der Beschäftigten in Rheinland-Pfalz über einen früheren Ausstieg nach. Für ein längeres Berufsleben wünschen sich viele bessere Bedingungen. 48 Prozent nennen eine höhere Bezahlung. 44 Prozent wünschen sich Arbeitszeiten, die stärker an ihre Lebenslage angepasst sind. Für 40 Prozent ist mehr Wertschätzung zentral. "Wer möchte, dass erfahrene Beschäftigte länger im Beruf bleiben, muss ihre Lebensrealität ernst nehmen", sagte Lange. Beim Krankenstand zeigt sich ein gemischtes Bild: Beschäftigte ab 50 Jahren waren 2025 seltener krankgeschrieben als Jüngere. Sie kamen auf 170 Krankmeldungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es 219 Fälle. Dafür dauerten Erkrankungen länger. Über 50-Jährige waren im Schnitt 16,9 Tage krankgeschrieben, jüngere Beschäftigte 8,5 Tage. Eine mögliche Aktivrente stößt auf Interesse: 68 Prozent der Befragten ab 50 Jahren stehen dem Modell zwar grundsätzlich offen gegenüber, allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. "Das Ziel sollte nicht sein, Menschen länger arbeiten zu lassen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen sie länger arbeiten können und wollen", sagte Lange. © dpa-infocom, dpa:260803-930-475593/1