Datum03.08.2026 03:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDer rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert will Gewalt an Schulen durch Prävention und niedrigschwellige Ansprechpartner bekämpfen, anstatt auf massive Polizeieinsätze zu setzen. Sein Ziel ist es, zu verhindern, dass Schüler schleichend Opfer werden und sich nicht trauen, über Probleme zu sprechen. Er betont die Notwendigkeit von Vertrauenspersonen in Schulen und bei der Polizei, um Eskalationen vorzubeugen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität und Schulen“. Lesen Sie jetzt „Innenminister: Schüler dürfen nicht schleichend Opfer werden“. Werbung für Grundrechte sowie niedrigschwellige Ansprechpartner in den Schulen und bei der Polizei: So will der neue rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert (CDU) gegen Gewalt an Schulen vorgehen. "Wir müssen da sein und gegebenenfalls auch an Schulen gehen, auch mit Polizei. Wir haben da ja auch Beamte, die in der Prävention aktiv sind." "Es kann nicht das Ziel sein, dass wir die Lösung darin sehen, dass wir mit großen Polizeiaufgeboten regelmäßig und innerhalb von fünf Minuten am Schulhof aufkreuzen, um dann einen Jugendlichen mitzunehmen, den wir dann nachmittags von den Eltern wieder abholen lassen müssen, die dann aber in vielen Fällen gar nicht kommen." Es müsse verhindert werden, dass Schüler "schleichend Opfer" würden, sagte Schwickert. Häufig werde das tatsächliche Ausmaß eines Problems erst sichtbar, wenn eine Situation bereits eskaliert sei. Dann stelle sich etwa heraus, dass einzelne Schülerinnen und Schüler über längere Zeit unter Druck gesetzt oder eingeschüchtert worden seien, ohne sich jemandem anzuvertrauen. Viele trauten sich nicht, darüber zu sprechen, fühlten sich allein und glaubten, sie seien die Einzigen, denen so etwas passiere. Das verschaffe den Tätern zusätzlichen Rückhalt. "Und irgendwann eskaliert die Situation. Dann müssen wir eingreifen. Unser Ziel muss aber sein, dass es gar nicht erst so weit kommt." Viele Lehrkräfte seien stark belastet und erreichten die Eltern besonders auffälliger Schülerinnen und Schüler häufig nicht. In Schulkonferenzen werde deshalb oft darüber beraten, diese vom Unterricht auszuschließen. "Wenn die Betroffenen aber ohnehin kaum noch am Unterricht teilnehmen, löst ein Ausschluss das Problem nicht, sondern verschärft es unter Umständen sogar", sagte Schwickert. Zudem laufe vieles eben nicht auf dem Schulhof, sondern davor. "Wir brauchen für diese jungen Menschen - wenn es im Elternhaus nicht funktioniert - Strukturen, in denen sie sich trauen, zu reden." Die müsse es in den Schulen geben, aber auch bei der Polizei. © dpa-infocom, dpa:260803-930-475599/1