Brasiliens Präsident Lula da Silva tritt bei Wahlen gegen Sohn von Jair Bolsonaro an

Datum02.08.2026 20:57

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer brasilianische Präsident Lula da Silva wurde von seiner Partei als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen nominiert. Sein Hauptgegner wird Flávio Bolsonaro, Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten. Lula strebt seine vierte Amtszeit an und liegt laut Umfragen vorn. Ein umstrittener Auftritt des argentinischen Präsidenten Milei und ein KI-Video mit Jair Bolsonaro sorgten für zusätzliche Kontroversen. Die Wahl findet am 4. Oktober statt.

InhaltDie linke Arbeiterpartei Brasiliens hat Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva erneut zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen ernannt. Sein Gegner wird, wie bei der letzten Wahl, Bolsonaro heißen. Die Stimmzettel für die Präsidentschaftswahlen in Brasilien werden mindestens zwei vertraute Namen enthalten: Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist von seiner linken Arbeiterpartei (PT) offiziell als Kandidat nominiert worden. Auch ein Bolsonaro tritt zur Wahl an – dieses Mal allerdings Flávio, der Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Der 80-jährige Lula würde bei einem Wahlsieg seine vierte Amtszeit insgesamt antreten. "Ich bin unendlich viel besser in Form als damals, als ich 57 Jahre alt war und mein erstes Amt antrat. Ich bin topfit", sagte er bei dem Parteitag vor Anhängern in São Paulo. Erneut soll Geraldo Alckmin sein Vizepräsident werden. Flávio Bolsonaro, ältester Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro und rechter Senator, wurde vergangene Woche von dessen Liberaler Partei (PL) als Kandidat nominiert. Die Familie Bolsonaro pflegt enge politische Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump. Flávio gilt allerdings als weniger populär als sein Vater und kann bislang nicht auf die geschlossene Unterstützung des konservativen Lagers zählen. Laut der jüngsten Umfrage des Forschungsinstituts Datafolha liegt der linke Staatschef derzeit in der Wählergunst vor seinem Herausforderer. Deutlich dahinter liegen andere Kandidaten kleinerer Parteien. Bei der Veranstaltung von Bolsonaros Partei trat auch Argentiniens ultraliberaler Präsident Javier Milei auf, der sowohl Lula als auch die brasilianische Justiz scharf angriff. Der Auftritt führte zu einem diplomatischen Eklat, der als einer der schwersten Streitfälle zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarländern seit Jahrzehnten gilt. Für zusätzliche Kontroversen sorgte auch ein KI-Video mit Jair Bolsonaro, dessen Verwendung der unter Hausarrest stehende Ex-Präsident laut seiner Verteidigung nicht genehmigt hatte. Die Wahlbehörden prüfen mögliche Verstöße – eine Aberkennung der Kandidatur seines Sohnes gilt als unwahrscheinlich. Die Präsidentenwahl in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas findet am 4. Oktober statt. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, gibt es eine Stichwahl am 25. Oktober.