Datum02.08.2026 16:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRClaudia Pechstein wird dauerhafte Bundestrainerin für Allround im deutschen Eisschnelllauf. Der Verband begründet die Entscheidung mit ihrer langjährigen Erfahrung und Qualifikation. Diese Personalie, mit der Rückkehr an die Weltspitze als Ziel, fällt in eine turbulente Zeit für die DESG, die auch mit internen Reformen und Vorwürfen gegen die Verbandsführung konfrontiert ist.
InhaltOlympiasiegerin Claudia Pechstein bleibt auch über dieses Jahr hinaus Bundestrainerin. Damit schaffe man die personellen Voraussetzungen für die Rückkehr in die Weltspitze, sagt der Verbandspräsident, Pechsteins Lebensgefährte. Inmitten von unruhigen Zeiten im deutschen Eisschnelllauf ist die fünffache Olympiasiegerin Claudia Pechstein zur Bundestrainerin Allround aufgestiegen. Wie die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) mitteilte, übernimmt die 54-Jährige den bislang kommissarisch ausgeübten Posten mit Wirkung vom 1. August. Die DESG verwies zur Begründung auf Pechsteins "außergewöhnlich langjährige" Erfahrung im Eisschnelllauf und auf ihre Trainerqualifikation beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Möglich wurde Pechsteins Aufstieg durch die Neubesetzung des Postens des Bundesstützpunkttrainers in Inzell: Den Job übernimmt zeitgleich der Kanadier Mike Hall von Pechstein. Ebenfalls zum 1. August verpflichtete die DESG den Polen Paweł Abratkiewicz als neuen Bundestrainer Sprint. Zur Laufzeit der Verträge machte der Verband keine Angaben. "Wir wollen zurück an die Weltspitze, und wir schaffen dafür jetzt nicht nur die strukturellen, sondern auch die personellen Voraussetzungen", sagte DESG-Präsident Matthias Große, der gleichzeitig Pechsteins Lebensgefährte ist. Nach den enttäuschenden Winterspielen von Mailand waren die bisherigen Bundestrainer Aart van der Wulp (Niederlande/Sprint) und Alexis Contin (Frankreich/Allround) in ihre jeweiligen Heimatverbände zurückgekehrt. Die DESG schrieb die Stellen öffentlich aus. Neben der Aufregung über eine geplante Strukturreform im Verband hatte es seit Olympia viel Wirbel um die DESG gegeben. Zu Beginn der Winterspiele in Italien hatte ein "Sportschau"-Bericht über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze für Aufsehen gesorgt. Bei einem Medientermin nach Olympia hatte die Verbandsführung zwei ARD-Journalisten mit einem Hausverbot belegt und damit heftige Kritik ausgelöst. Die DESG-Spitze weist die Vorwürfe zurück.