Schwanau: Martin Herrenknecht lässt Blumenkübel entfernen und stellt sie auf Firmengelände

Datum16.10.2025 00:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Schwanau hat Unternehmer Martin Herrenknecht etwa 20 Blumenkübel, die zur Verkehrsberuhigung in einer Tempo-30-Zone aufgestellt wurden, eigenmächtig entfernt und auf sein Firmengelände gebracht. Er argumentierte, dass die Kübel potenzielle Gefahren für seine Mitarbeiter darstellten. Trotz Anzeige sieht die Staatsanwaltschaft derzeit keine Anzeichen für einen Diebstahl. Herrenknecht betonte, dass er die kommunalen Entscheidungswege respektiere und in der Zukunft erneut gegen solche Kübel vorgehen will, sofern sie wieder aufgestellt werden.

InhaltEine badische Gemeinde stellt rund 20 Blumenkübel auf, um den Verkehr in einer Dreißigerzone zu beruhigen. Doch das stört Unternehmer Martin Herrenknecht, der sie daraufhin einsammelt. Sollten neue kommen, will er wieder aufräumen. Vergangene Woche sind im badischen Schwanau rund 20 Blumenkübel verschwunden und nun auf dem Firmengelände von Herrenknecht wieder aufgetaucht. Das Familienunternehmen bestätigte inzwischen, dass kein unbekannter Blumendieb am Werk war, sondern Firmengründer Martin Herrenknecht selbst den Auftrag zur Entfernung der Kübel gegeben hat. Laut einem Bericht der "Badischen Zeitung"  wurden diese als Alternative zu mit Reflektoren beklebten Betonklötzen aufgestellt – sie sollten den Verkehr in der Dreißigerzone beruhigen und Parkbuchten besser sichtbar machen. Der 82-jährige Herrenknecht, der im Rheintal ebenso bekannt ist wie seine riesigen Bohrmaschinen unter dem Gotthard oder der Themse, schätzt offenbar klare Sicht – auch auf der Straße. Die Kübel hätten, so hieß es aus dem Unternehmen, zu unübersichtlichen Situationen und potenziellen Gefährdungen geführt. Herrenknecht ließ also kurzerhand räumen, um, wie er betont, seine "Mitarbeiter zu schützen". Entsorgt hat der Unternehmer die Blumen bisher nicht. "Ein Teil der Blumenkübel steht jetzt auf dem Gelände der Herrenknecht AG", berichtete der Firmensprecher. Wie viele Behälter von der Straße auf das Firmenareal gebracht wurden, blieb zunächst offen. Da wegen des Vorfalls Anzeige erstattet wurde, haben auch Polizei und Staatsanwaltschaft in Offenburg von der Sache Wind bekommen. Die Ermittler bewerten die Umstände jedoch eher gelassen: Aus Sicht der Staatsanwaltschaft gibt es bislang keine ausreichenden Hinweise dafür, dass Herrenknecht oder sein Unternehmen einen strafbaren Diebstahl begangen haben. Entscheidend dafür ist unter anderem, dass die Kübel nicht dauerhaft der Gemeinde vorenthalten werden sollten und der Aufenthaltsort der Pflanzbehälter jederzeit bekannt war. "Es ist derzeit nicht ersichtlich, dass das Eigentum an den in Rede stehenden Gegenständen der Gemeinde endgültig vorenthalten werden soll", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Während der Ermittlungen werde es auch Gespräche mit der Gemeinde im Ortenaukreis, dem Landratsamt und der Polizei geben, um die Lage sachlich zu klären, wie es Martin Herrenknecht beschreibt. Er respektiere Zuständigkeiten und Entscheidungswege der kommunalen Gremien. Außerdem unterstütze er grundsätzlich das Einführen von Tempo-30-Zonen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern, wie sein Unternehmen mitteilte. In der "Badischen Zeitung" kündigte der Tunnelbohrmaschinen-Gigant an, er würde seine Aktion wiederholen und die Blumenkübel entfernen, sollten erneut welche aufgestellt werden.