Datum02.08.2026 11:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRSpaniens Liga-Chef Javier Tebas fordert Gianni Infantinos Rücktritt als FIFA-Präsident, da der gescheiterte Investorenplan nur die Spitze eines Eisbergs sei. Auch der CONCACAF-Verband kritisiert Infantinos "Fehltritte" und mangelnde Führung. Kritiker bemängeln Machtkonzentration und fehlende Einbeziehung der Stakeholder. Der geplante Verkauf von Anteilen an FIFA-Wettbewerbrechten an Investoren wurde nach heftiger Kritik zurückgezogen. Einige Verbände wie Ägypten und Marokko unterstützen Infantino weiterhin.
InhaltDie verbalen Angriffe auf Gianni Infantino nehmen nach dem Aus des WM-Investorenplans zu. Spaniens Ligachef Javier Tebas fordert eine neue Fifa-Führung. Auch der Verband Concacaf wirft Infantino "eine Reihe von Fehltritten" vor. Fifa-Boss Gianni Infantino gerät nach seinem gescheiterten Investorendeal zunehmend in die Kritik. Nach Ansicht von Spaniens Liga-Chef Javier Tebas ist der Schweizer im Amt nicht mehr tragbar. "Der Weltfußball braucht eine neue Führung, die die Verbandsstrukturen modernisiert, die institutionelle Glaubwürdigkeit wiederherstelle und künftige Entscheidungen gemeinsam mit den betroffenen Akteuren entwickelt", schrieb Tebas in den sozialen Medien. Infantino hatte nach massiver Kritik seinen Plan aufgegeben, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fifa-Wettbewerbe wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM an private Investoren zu verkaufen. Das Problem sei nie nur dieser eine Vorschlag gewesen, schrieb Tebas: Es gehe um ein Führungsmodell, das Macht konzentriere, Kontrollmechanismen schwäche und Betroffene an den Rand dränge. "Der Rückzug eines Vorschlags macht das Geschehene nicht ungeschehen. Er ist lediglich die Spitze des Eisbergs." Noch schärfer liest sich die Stellungnahme des für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverbands Concacaf. Der ursprünglich geplante Investorendeal sei "Symptom für eine Führung, die aufgehört hat, den Fußball an erste Stelle zu setzen", teilte der Verband mit. "Diese jüngste einseitige und ungeheuerliche Handlung, die von schlechter Regierungsführung und Führungsschwäche zeugt, reiht sich ein in eine Reihe von Fehltritten und ähnlichem Verhalten. Eine umfassende Aufarbeitung dieser Präsidentschaft ist unerlässlich", heißt es. Zuvor hatte bereits die Uefa Infantino das Vertrauen entzogen. In Deutschland reagierte nach dem DFB, der Infantino unverantwortliches Handeln vorwirft, auch FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer auf den geplatzten Investoren-Deal. "Es ist ein Glück, dass dieser Spuk so schnell vorbeigegangen ist, wie er gekommen ist, und dass diese aberwitzige Idee vom Tisch ist", sagte Hainer kurz vor dem Abflug der Münchner Fußballprofis nach Südkorea, wo der Rekordmeister auf Asien-Tour geht. Man müsse jetzt sicherstellen, dass so eine Idee nicht wieder aufkommt, so Hainer. "Dieser Vorgang ist eigentlich unglaublich, dass niemand eingeweiht war vorher von den ganzen Verbänden und das über Nacht auf den Tisch kam". Infantino, der sich nach eigenen Plänen im März nächsten Jahres in Rabat (Marokko) ein letztes Mal für vier Jahre zum Fifa-Präsident wählen lassen will, bekommt aber auch Zuspruch: Der ägyptische Fußballverband bekräftigte "sein volles Vertrauen" in Infantinos Führung. Auch Marokko, Gastgeber des 77. FIFA-Kongresses 2027, erneuerte seine Unterstützung. Gianni Infantino kapituliert vor dem vehementen Widerstand und zieht die Investorenpläne der Fifa zurück. Wieso für den Weltfußball jetzt ein guter Moment wäre, um innezuhalten: Lesen Sie den SPIEGEL-Kommentar hier.