Datum02.08.2026 07:52
Quellewww.zeit.de
TLDREin Hamburger Theaterstück über den Buckelwal "Timmy", das christliche Symbole verwendet, hat Hasskommentare und eine Morddrohung gegen einen Schauspieler ausgelöst. Die Polizei ermittelt. Die Inszenierung stellt den Wal als eine Art Erlöser dar und nutzt Motive aus der christlichen Passionsgeschichte. Trotz der Drohungen soll das Stück unverändert bleiben und von Sicherheitspersonal begleitet werden. Eine Podiumsdiskussion ist geplant.
InhaltNach einer Kontroverse um christliche Symbole in einem Theaterstück über den Wal "Timmy" erhielt das Ensemble Hasskommentare und eine Morddrohung. Die Polizei ermittelt. Mitglieder des Ensembles, das in Hamburg ein Theaterstück über den Buckelwal "Timmy"aufgeführt hatte, haben nach Angaben des Regisseurs Alexander Klessinger zahlreiche Hasskommentare und eine Morddrohung erhalten. Letztere sei als private Nachricht auf dem Instagram-Account eines Schauspielers eingegangen und angezeigt worden, sagte Klessinger der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Hamburger Polizei bestätigte, dass sie Ermittlungen aufgenommen habe. Die nächsten Aufführungen von "Timmy - Die Hope stirbt zuletzt" sollen Klessinger zufolge von Sicherheitskräften geschützt werden. In dem Stück werden die Rettungsversuche und der Medienhype um den im Frühjahr in der Ostsee gestrandeten Wal aufgegriffen. Die Aufführung arbeitet mit Motiven aus der christlichen Passionsgeschichte und der katholischen Messe: Unter anderem wird der Wal am Kreuz dargestellt und als eine Art Erlöser inszeniert. Die Uraufführung fand am 11. Juli am Ernst-Deutsch-Theater statt. Nach der Premiere entwickelte sich eine Debatte über die Verwendung christlicher Symbole. "Ich kann verstehen, dass die Verwendung von Kreuz, Liturgie und anderen religiösen Symbolen für gläubige Menschen irritierend wirkt", sagte Klessinger. Zugleich müsse die Kirche als einflussreiche Institution öffentlichen Widerspruch aushalten. Kunst habe die Aufgabe, Ansprüche auf Deutungshoheit kritisch zu befragen. Eine Grenze sei jedoch erreicht, wenn einzelne Gläubige diffamiert oder ihr Glaube verhöhnt werde. Die Inszenierung soll trotz der Hasskommentare und der Drohung nicht verändert werden. Allerdings soll es bei einer der nächsten Aufführungen eine Podiumsdiskussion über die kirchliche Kritik und die Grenzen religiöser Satire geben. Das Stück soll am 16. und 20. September sowie am 11. Oktober erneut gezeigt werden, ein vierter Termin soll noch bekanntgegeben werden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.