Datum02.08.2026 07:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRGriechenland kämpft mit einem Großbrand nahe Athen, angefacht von starken Winden. Mehrere Ortschaften wurden evakuiert, da die Feuerwand bis zu zwanzig Meter hoch ist. Löscharbeiten aus der Luft sind durch den Wind erschwert. In Frankreich haben sich die Lage nach heftigen Bränden entspannt, aber nicht alle Feuer sind gelöscht. Tausende Menschen wurden evakuiert, einige Gebäude zerstört. Ein weiterer Brand im Département Var ist unter Kontrolle.
InhaltEine bis zu zwanzig Meter hohe Feuerwand und starke Winde: Griechenland kämpft weiter gegen die Flammen. Mehrere Orte bei Athen mussten evakuiert werden. Alepochori, Psatha und Zachouli: alle Bewohner und Touristen müssen diese und viele andere griechische Ortschaften und Dörfer rund 60 Kilometer westlich von Athen am Samstagabend verlassen. Auch rund 100 Kilometer weiter westlich brennt es, außerdem im Norden der Halbinsel Peloponnes. Das Ministerium für Bürgerschutz hat in den Regionen entsprechende Warn- und Evakuierungs-SMS verschickt – falls jemand die dichten Rauchwolken noch nicht bemerkt hat. Fast ungebremst und mit rasender Geschwindigkeit breiteten sich die Flammen am Samstagnachmittag vorwiegend in der Region rund um das Dorf Porto Germeno aus, angefacht von starken Winden, die Löscharbeiten aus der Luft kaum zuließen. In den frühen Abendstunden konnten noch einige wenige Löschhubschrauber aufsteigen, weil der Wind sich etwas legte. Dann brach die Nacht herein – erneut Zwangspause für die Helfer aus der Luft. (Hier lesen Sie, warum Europa so wenig Löschflugzeuge hat.) Am Boden kamen die Rettungskräfte derweil kaum voran, obwohl laut einem Polizeisprecher rund 500 Feuerwehrleute im Einsatz waren, darunter auch Kollegen aus Rumänien und Frankreich sowie unzählige Freiwillige. Zu groß war die Feuerwand, teils schlugen die Flammen weit über die gut 20 Meter hohen Bäume in den Nachthimmel. Rund 5000 Hektar sollen bisher verbrannt sein, eine Fläche von 50 Quadratkilometern, fast so groß wie die Stadt Konstanz. Aus der Region Attika rund um Athen kamen schwere Baumaschinen und Tankwagen mit Wasser zu Hilfe. Bagger schlugen Schneisen, um das Feuer zu bremsen. Das Bild sei albtraumhaft, sagte der stellvertretende Gouverneur von Böotien, Giorgos Dasiotis, dem Sender ERTNews. "Wenn der Wind nicht nachlässt, kann das Unheil nicht mehr aufgehalten werden." Am Sonntag soll der Wind etwas nachlassen – die Hoffnung ruht dann auf den Löschflugzeugen und -hubschraubern. Im Südwesten Frankreichs, wo in den vergangenen anderthalb Wochen ebenfalls heftige Brände wüteten, hat sich die Lage inzwischen entspannt. "Im Großen und Ganzen sind die Brände in unserem Land mittlerweile unter Kontrolle", sagte Premierminister Sébastien Lecornu in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Tribune Dimanche". Unter Kontrolle bedeute aber nicht, dass die Feuer gelöscht seien, teilte die Präfektur der vom Megafeuer betroffenen Region bei Bordeaux mit. Auch wenn sich die Flammen nicht weiter ausbreiteten, kümmerten sich Einsatzkräfte und Landwirte weiter um Rauch- und Glutstellen im gesamten Gebiet. Die Behörde bezeichnete den Brand als "absolut beispiellos". Ungünstige Wetterbedingungen wie Wind, hohe Temperaturen und Trockenheit erklärten seine Intensität, hieß es. Laut der Präfektur wurden nach einer vorläufigen Bilanz 252 der 2725 Gebäude im Brandgebiet an der französischen Atlantikküste zerstört. Von 224.000 evakuierten Menschen durften mittlerweile 208.000 wieder zurückkehren. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nach Angaben der Präfektur in der Bevölkerung weder Tote noch Verletzte. Allerdings seien mehr als 330 Feuerwehrkräfte verletzt worden, hieß es. Im südfranzösischen Département Var kämpfen Feuerwehrleute seit Freitag gegen einen wieder aufgeflammten Brand, mittlerweile auf einer Fläche von rund 1800 Hektar. Etwa 2800 Menschen wurden evakuiert. Mehrere Löschflugzeuge und Hubschrauber waren am Samstag im Einsatz. Trotz der Sorge vor starken Winden zeigte sich die Lage am Abend stabil. Der Präfekt sprach von "einer Schlacht, die gewonnen wurde", auch wenn es noch nicht das Ende sei. Am Horizont eine riesige Feuerwand und dichter Rauch in der Luft: Hier erzählen zwei deutsche Familien erzählen, wie dramatisch ihre Evakuierung am Cap Ferret verlief.