Datum02.08.2026 06:56
Quellewww.zeit.de
TLDRNachdem Fifa-Präsident Gianni Infantino seinen umstrittenen Investorenplan für die WM zurückziehen musste, mehren sich Rücktrittsforderungen. Javier Tebas, Chef der spanischen Fußballliga, fordert offen eine neue Fifa-Führung. Er kritisiert Infantinos Governance-Modell, die zentralisierte Macht, schwache Gegenkräfte und die Marginalisierung Beteiligter. Tebas verweist auch auf frühere Kontroversen wie die Aufhebung einer Spielsperre und den Umgang mit Tickets und Korruption.
InhaltDie Kritik am Präsident des Weltfußballverbands reißt nicht ab. Nun fordert auch der Chef der spanischen Fußballliga, Javier Tebas, offen eine neue Fifa-Führung. Nach dem Platzen seiner umstrittenen Investorenpläne für die Fußballweltmeisterschaft mehren sich die Rufe nach einem Wechsel von Fifa-Präsident Gianni Infantino an der Spitze des Weltfußballverbands. Am Samstagabend forderte der Chef der spanischen Fußballliga, Javier Tebas, offen Infantinos Rücktritt. Wenige Stunden zuvor hatte der europäische Fußballverband Uefa Infantino das Vertrauen entzogen. Auch der britische Premier Andy Burnham hatte dem Fifa-Chef den Rückzug nahegelegt. "Der Weltfußball braucht eine neue Führung, die seine Governance modernisiert, die Glaubwürdigkeit wiederherstellt und zukunftsweisende Entscheidungen im Konsens mit den beteiligten Akteuren trifft", schrieb Spaniens Fußballligachef Tebas auf X. Der 64-Jährige zählt zu den schärfsten Kritikern von Infantino. Dass der Fifa-Präsident nach heftiger Kritik sein Vorhaben verworfen habe, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, sei "eine gute Nachricht", sagte Tebas. Aber: "Einen Vorschlag zurückzuziehen, löscht nicht alles aus, was geschehen ist. Es ist nur die Spitze des Eisbergs." Der Spanier erinnerte in seinem Post auf sozialen Medien auch an die kontroverse Aufhebung einer Spielsperre für den US-Stürmer Folarin Balogun bei der jüngsten Fußball-WM, die Infantino nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump veranlasst hatte. Zudem monierte Tebas "skandalöse Preise" für Tickets, den Umgang mit Korruption in der Fifa, die Umgestaltung des internationalen Spielkalenders sowie neue Wettbewerbe und Formate, die "ohne einen echten Prozess des Dialogs" entschieden worden seien. "Aus all diesen Gründen glaube ich, dass Gianni Infantino nicht weiter an der Spitze der FIFA stehen darf", schloss Tebas seinen Beitrag: "Das Problem war nie ein einzelner Vorschlag. Das Problem ist ein Governance-Modell, das die Macht zentralisiert, die Gegenkräfte schwächt und jene marginalisiert, die direkt von seinen Entscheidungen betroffen sind."