Datum02.08.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Thüringer Landesregierung stuft die IT-Gefährdungslage als hoch ein, aufgrund von Spionage, Spam und Schadsoftware. Trotz guter eigener Abwehr plant die Digitalisierungsstaatssekretärin Milen Starke die IT-Sicherheit der Kommunen zu stärken. Dies soll durch die Einführung des IT-Grundschutzes geschehen. Die angespannte Lage wird auf die globale politische Situation, wie den Ukraine-Krieg, zurückgeführt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sicherheit“. Lesen Sie jetzt „Hohe Gefährdung: IT-Grundschutz soll Cyberattacken abwehren“. Spionage, Spam und Schadsoftware: Die Thüringer Landesregierung schätzt die Gefährdungslage im IT-Bereich als hoch ein - und will Kommunen bei der Abwehr von Cyberattacken helfen. Die Landesverwaltung sei im Bereich Sicherheit gut aufgestellt, sagte Digitalisierungsstaatssekretärin Milen Starke der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Die Angriffe auf unsere IT-Systeme bleiben jedoch auf einem hohen Niveau und werden immer perfider. Wir müssen unsere IT-Abwehrkräfte stetig überprüfen und weiterentwickeln." Nach Angaben des Digitalministeriums wurden im Jahr 2025 rund 35,1 Millionen E-Mails erfasst - rund 24,1 Millionen davon wurden aus Sicherheitsgründen zentral abgewiesen. Außerdem erkannten die Sicherheitssysteme 371.000 E-Mails als Spam, bei 63.000 Mails wurde Schadsoftware erkannt. Auch in der ersten Jahreshälfte 2026 wurde fast die Hälfte der 14,9 Millionen E-Mails aus Sicherheitsgründen abgewiesen - insgesamt 7,2 Millionen Mails. Starke kündigte an, die Zusammenarbeit mit den Kommunen zu verbessern, um dort die IT-Sicherheit zu verbessern. "Für ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau in den Kommunen soll in allen kommunalen Verwaltungen der IT-Grundschutz eingeführt werden", sagte die Staatssekretärin. Grund für die bereits im vergangenen Jahr nach Einschätzung des Ministeriums angespannte Sicherheitslage war vor allem die politische Weltlage. Als Beispiele nennt das Ministerium den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten. Da Deutschland die Ukraine unterstütze, sei es ein potenzielles Ziel für prorussische Akteure, heißt es aus dem Ministerium. Bei 4.174.564 Angriffen im Jahr 2025 gab es einen Anfangsverdacht eines Spionageversuchs. "Diese konnten detektiert und abgewehrt werden", erklärte das Digitalministerium. © dpa-infocom, dpa:260802-930-472374/1