Datum01.08.2026 21:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump lehnt die Einschätzung seines Justizministeriums ab, das die Klage gegen einen Ex-Profisportler wegen des "Reflecting Pool"-Vandalismus fallenlassen will. Trump besteht darauf, dass die blaue Farbe des Beckens mutwillig zerstört wurde, nicht durch Installationsfehler. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass neue Beweise auf einen fehlerhaften Installationsprozess hindeuten. Trump verweist auf ein Video, das seiner Meinung nach Vandalen zeigt.
InhaltUS-Präsident Donald Trump beharrt darauf: Die blaue Farbe an einem seiner Prestigeprojekte in Washington sei mutwillig zerstört worden. Die Klage gegen einen Ex-Profisportler fallenzulassen, will er nicht hinnehmen. Donald Trump wendet sich gegen das Justizministerium. Der frisch renovierte Lincoln Memorial Reflecting Pool in Washington sei definitiv durch Vandalismus und nicht Installationsfehler beschädigt worden, beharrte der US-Präsident am Samstag. "Ich bin mit Jeanine Pirro, der US-Staatsanwältin für den District of Columbia, in Bezug auf den Reflecting Pool absolut nicht einverstanden", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. "Ich weiß nicht, was sie sich dabei gedacht hat. Für mich war das ein klarer Fall von Vandalismus." In einer am Freitag eingereichten 20-seitigen Gerichtsakte baten die von Trump ernannte Pirro und der stellvertretende US-Staatsanwalt Michael Spence einen Richter, die Klage der Trump-Regierung gegen den früheren Profisportler David Hearn fallen zu lassen. Die Regierung hatte den 67-jährigen ehemaligen Olympia-Kanuten beschuldigt, das Becken mutwillig beschädigt zu haben, das zu einem Symbol für Trumps Bemühungen um die Umgestaltung Washingtons geworden ist. Vor der Feier zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung der USA am 4. Juli hatte Trump das gut 600 Meter lange Reflexionsbecken am Lincoln Memorial mit blauer Farbe beschichten lassen, die er "American Flag Blue" nannte. Doch als das renovierte Becken im Juni gefüllt wurde, bildeten sich schnell Algenblüten, die das Wasser grün färbten, während die blaue Farbe abblätterte. Das Becken geriet zum Objekt des Spotts über Trump, etwa mit dem Wortspiel "Strait of Warm Ooze" (Straße des warmen Schleims), in Anspielung auf die im Englischen ähnlich klingende Straße von Hormus – die Meerenge zwischen Iran und Oman, die infolge des von Trump begonnen Irankriegs zum Problem für die Weltwirtschaft wurde. Trump, der wegen der 14,7 Millionen Dollar teuren Renovierung in die Kritik geriet, lastete die Probleme wiederholt "Vandalen" an, die seiner Behauptung nach das Projekt absichtlich sabotiert hätten. Mit David Hearn war aus seiner Sicht ein Schuldiger gefunden. In ihrem am Freitag eingereichten Schriftstück lieferten die Bundesanwälte eine Erklärung, die eher auf Trump zurückfiel: Die neuesten Dokumente, die sie vom Innenministerium erhalten hätten, deuteten auf einen überhasteten und fehlerhaften Installationsprozess hin. So seien schon während der Renovierung wiederholt Schäden an der Beschichtung aufgetreten, außerdem habe sie sich großflächig im gesamten Reflecting Pool abgelöst. "Es mag Schwierigkeiten mit dem Auftragnehmer gegeben haben, aber der Hauptschaden wurde von VANDALEN verursacht!", beharrte Trump. In einem späteren Social-Media-Beitrag fügte der Politiker ein zuvor veröffentlichtes Video der Parkwächter ein, das seiner Behauptung nach Vandalen auf dem Gelände zeigte, während Arbeiter im Becken Algen entfernten. "Sehen Sie sich selbst den VANDALISMUS an, der am Reflecting Pool stattgefunden hat", schrieb er, obwohl in dem Clip nicht klar zu erkennen ist, ob die Leute lediglich ins Wasser greifen, um Stücke zu entfernen, die sich bereits abgelöst hatten. Pirros Büro reagierte nicht umgehend auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.