Datum01.08.2026 19:30
Quellewww.zeit.de
TLDREU-Innenminister treffen sich am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung wegen der Ceuta-Krise. In der spanischen Exklave kamen kürzlich Zehntausende Menschen aus Marokko an. Mehrere EU-Länder äußerten nach dem Vorfall ihre Besorgnis über die Situation und den Anreiz für Migration. Spanien beschwerte sich über das Verhalten einiger Staaten und betonte, dass Ceuta nicht zum Schengenraum gehört. Die meisten Migranten sind mittlerweile zurückgekehrt.
InhaltAm Dienstag treffen sich die Innenminister der EU-Staaten zu einer Dringlichkeitssitzung. Sie wollen sich mit den Entwicklungen in der spanischen Exklave Ceuta befassen. Die EU-Innenminister kommen angesichts der Ceuta-Krise am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Die Minister würden sich in einer Videokonferenz mit den "Entwicklungen in Ceuta" befassen, teilte der irische Regierungschef Micheál Martin bei X mit. Demnach soll das Treffen vom irischen Innenminister Jim O’Callaghan geleitet werden. Irland hat zurzeit den EU-Ratsvorsitz inne. "Wir stehen weiterhin in engem Kontakt mit allen EU-Mitgliedstaaten und den Institutionen und beobachten die Lage weiterhin aufmerksam", sagte Martin. Am Freitag hatten zwischen 50.000 und 60.000 Menschen aus Marokko innerhalb kürzester Zeit die spanische Exklave erreicht. Mindestens 67 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben. Nach den Ereignissen in Ceuta hatten mehrere EU-Länder den Druck auf Spanien erhöht. In einem Schreiben äußerten 22 der 27 EU-Regierungschefs ihre Sorge über die Situation. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Brief unterzeichnet. Die Verfasser warfen der spanischen Regierung indirekt vor, den Menschen mit jüngsten Entscheidungen Anreize geschaffen zu haben, den Weg in die Europäische Union zu wagen. Daraufhin beschwerte sich Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez in einem Schreiben an Irlands Regierungschef Martin über das Verhalten einiger EU-Mitgliedsstaaten während der Entwicklungen in Ceuta. Er erinnerte daran, dass Ceuta nicht zum Schengenraum gehört. Das bedeutet: Die Menschen können von dort nicht einfach in andere EU-Länder weiterreisen. Einen identischen Brief habe auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Sánchez erhalten, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE. Nach Angaben der spanischen Regierung sind unterdessen fast alle Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Auch in der zweiten spanischen Exklave in Nordafrika, Melilla, hatten am Freitagabend circa 1.000 Menschen versucht, die Grenze zu überqueren. Nur wenigen soll dies gelungen sein. Verfolgen Sie alle weiteren Entwicklungen in unserem Liveblog.