Datum01.08.2026 16:19
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Bundesopferbeauftragte Roland Weber verspricht schnelle Finanzhilfe für Opfer des Anschlags in Berlin. Terroropfer erhalten Härteleistungen in Höhe von 3.000 bis 5.000 Euro, Hinterbliebene bis zu 30.000 Euro. Zusätzlich gibt es mittel- und langfristige Unterstützung. Weber bietet praktische Hilfe bei Anträgen und informiert über weitere Hilfsangebote. Auch Augenzeugen werden in den Blick genommen. Eine Hotline steht für alle Betroffenen zur Verfügung.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Anschlag in Berlin“. Lesen Sie jetzt „Beauftragter verspricht schnelle Finanzhilfe für Terroropfer“. Die Opfer des Terroranschlags beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin können nicht nur auf medizinische oder seelische Hilfe hoffen, sondern auch auf schnelle materielle Unterstützung. "Terroropfer haben Anspruch auf sofortige finanzielle Hilfe", sagte der Bundesopferbeauftragte Roland Weber der Deutschen Presse-Agentur. Die sogenannten Härteleistungen werden demnach vom Bundesamt für Justiz ausgezahlt und können dort beantragt werden. Ihre Höhe richtet sich nach dem Verletzungsgrad. Verletzte Menschen erhalten laut Weber in einem abgestuften Verfahren zunächst 3.000 bis 5.000 Euro, Hinterbliebene von Todesopfern bis zu 30.000 Euro. "Es handelt sich um eine erste Leistung zur Überbrückung bestimmter Kosten. Sie kann sehr schnell ausgezahlt werden", so Weber. Seine Geschäftsstelle biete - wenn nötig - praktische Hilfe beim Ausfüllen der nötigen Anträge an. Den Opfern stünden mittel- und langfristig je nach individueller Situation und Bedarf weitere Leistungen aus anderen Töpfen zu. Das könnten etwa Entschädigungszahlungen, die Finanzierung von Umschulungen, Renten oder Versicherungsleistungen sein. Auch hier bietet Weber praktische Hilfe an, um solche Ansprüche geltend zu machen. Um den Opfern des Attentats zu helfen, hat Weber nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Zentralen Anlaufstelle für Betroffene von Terroranschlägen im Land Berlin Kontakt zu den Angehörigen der getöteten Frau und zu den Verletzten aufgenommen - soweit diese bekannt sind. Sie hätten umfassende Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bekommen, etwa über Hotlines, Angebote im Internet, Netzwerke oder Hilfseinrichtungen. Weber nimmt aber auch eine andere Gruppe mit womöglich seelischen Wunden in den Blick. "Es gibt Augenzeugen, Menschen, die in der Nähe eines Anschlags waren, und die laufen oft weg", schilderte er. "Manchen geht es bald wieder gut, die stecken das weg und verkraften das. Andere nicht. Diese Gruppe ist am schwersten zu erreichen." Betroffene des Anschlags, insbesondere Hinterbliebene, Verletzte und deren Angehörige, Augenzeugen oder Menschen, die am Tatort spontan erste Hilfe geleistet haben, können sich mit allen Anliegen an die kostenfreie Hotline des Opferbeauftragten 0800 0009546 wenden (aus dem Ausland: +49 30 18 580 - 8050). "Dort bieten Fachleute psychosoziale Beratung an", so Weber. Viele Menschen hätten sich bereits gemeldet. Auf der Internetseite der Zentralen Anlaufstelle des Landes finden sich zahlreiche weitere Kontakte und Angebote für Betroffene. Weber appellierte an Opfer des Anschlags, Angehörige, Augenzeugen, Helfer oder Personen, denen das Geschehen aus anderen Gründen stark zu schaffen macht, sich an ihn oder die Zentrale Anlaufstelle zu wenden. "Bitte melden Sie sich, haben Sie keine Scheu. Wir unterstützen Sie und nehmen jedes Anliegen ernst", so Weber. Bei dem Terroranschlag am Samstag im Berliner Tiergarten hatte der 21-jährige Attentäter mit einem Auto mehrere Passanten angefahren, bevor er - vermutlich mit einer Machete - weitere Menschen verletzte. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt, darunter 7 schwer. Der Islamist wurde am Sonntagabend von Polizisten erschossen, nachdem sie ihn in einer Gartenkolonie gestellt hatten. © dpa-infocom, dpa:260801-930-469540/2