Waldbrände in Europa: Waldbrände zerstören 100 Häuser in Griechenland

Datum01.08.2026 16:21

Quellewww.zeit.de

TLDREuropa kämpft weiter gegen Waldbrände. In Griechenland wurden etwa 100 Häuser zerstört, etliche Dörfer evakuiert. Die Löscharbeiten in der Türkei und Spanien gehen voran, doch starke Winde erschweren die Bekämpfung. In Südfrankreich sind die Feuer unter Kontrolle, aber ein Wiederaufflammen bei Cannes bereitet Sorgen. Die Brandursachen werden untersucht, teilweise wird ein technischer Defekt vermutet.

InhaltIn Griechenland kämpft die Feuerwehr weiter gegen zahlreiche Brände. Zwischen Marseille und Cannes ist ein Feuer wieder aufgeflammt. In der Türkei gibt es Entwarnung. Noch immer kämpfen die Einsatzkräfte in zahlreichen Regionen Europas gegen Waldbrände. In Griechenland wurden etliche Dörfer evakuiert. In der Türkei, Frankreich und Spanien gehen die Löscharbeiten voran. Doch vielerorts drohen Winde die Feuer wieder anzufachen. In Griechenland sind die Waldbrände weiter nicht unter Kontrolle. Die Situation bei der Brandbekämpfung habe sich zwar verbessert, Entwarnung gebe es aber nur in einigen Gebieten, teilten die Behörden mit. Besonders in einer Region rund 60 Kilometer westlich von der griechischen Hauptstadt Athen kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen. Bereits am Samstagmorgen hatte die Küstenwache verbliebene Einwohner des Ortes Porto Germeno am Strand aufgenommen und über das Meer in Sicherheit gebracht. Danach brannten offiziellen Angaben zufolge etwa 100 Häuser nieder. Zwar habe sich die Situation verbessert, dennoch dürften die Menschen nicht in den Küstenort im Nordosten des Golfs von Korinth zurückkehren. Auch etliche andere Dörfer in der Region blieben evakuiert. "Aufgrund der starken Winde können derzeit keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Wir hoffen, dass der Wind nachlässt. Es gibt keine andere Möglichkeit", sagte ein Vizebürgermeister dem Nachrichtensender Ertnews. Die zwei brennenden und schwelenden Flächen haben auf Satellitenbildern jeweils ungefähr die Größe von sechs mal sechs Kilometern. Das entspricht ungefähr einer Fläche von 5.000 Fußballfeldern. Den Waldbrand im Süden der Insel Kreta hat die Feuerwehr mittlerweile im Griff. Allerdings sind laut der Zeitung Kathimerini weiterhin rund 220 Feuerwehrleute im Einsatz, um die wieder aufflammenden Feuernester zu löschen. Derweil laufen die Ermittlungen zur Brandursache. Zurzeit werde vermutet, dass das Feuer durch Schäden an Strommasten entstanden sein könnte. Zudem soll sich das Wetter bessern, die Winde werden etwas schwächer. Die Prognose der Waldbrandgefahr des Zivilschutzes liegt zwar für weite Teile des Landes immer noch bei "hoch" bis "sehr hoch", aber nicht mehr auf der höchsten Alarmstufe rot. In der Türkei konnten die Feuerwehren 258 der 260 Feuer im gesamten Land unter Kontrolle bringen, teilte Landwirtschafts- und Forstminister İbrahim Yumakli in Istanbul mit. "Derzeit gibt es keine Brände mehr, die eine Gefahr darstellen", sagte Yumakli vor Reportern. Allerdings erschwerten starke Winde die Löscharbeiten. Weil sich einige Brände rasch ausbreiteten, ließen die Behörden vorsorglich weitere Orte evakuieren. Beispielsweise wurden in der Ägäis-Provinz Aydın im Westen des Landes 550 Einwohnerinnen und Einwohner in Sicherheit gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am späten Freitag den Gouverneur Osman Varol zitierte. In südwestlichen Frankreich sind die Brände laut Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez unter Kontrolle. Dennoch gibt es laut Nuñez weiter "aktive Zonen". Aufgrund der verbesserten Lage würde mehr als 10.000 weitere Menschen in ihre Wohnungen zurückkehren können. Bislang durften 198.000 der 224.000 Evakuierte wieder nach Hause. Unterdessen sorgen sich Einsatzkräfte um ein wieder aufgeflammtes Feuer im südfranzösischen Département Var, das zwischen Marseille und Cannes liegt. Dort hatten sich Flammen am Freitag innerhalb weniger Stunden auf einer Fläche von mehr als 1.000 Hektar ausgebreitet. Laut Nuñez handelt es sich um ein Hochrisikogebiet. Grund dafür seien die erwarteten starken und trockenen Winde am Nachmittag. Nach Angaben der Präfektur sind 1.500 Feuerwehrleute vor Ort. Sie werden von sechs Löschflugzeugen und fünf Helikoptern unterstützt. In Spanien sind die Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt. Das Portal Incendios España, das Daten aus allen 17 autonomen Regionen Spaniens und den 2 autonomen Städten auswertet, verzeichnet derzeit 46 aktive Waldbrände, darunter in Kastilien-León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha. Einsatzkräfte kämpften unter anderem in der nordwestlichen Provinz Zamora bei Fermoselle nahe der Grenze zu Portugal weiter gegen die Flammen. Dort habe sich die Situation am Samstagmorgen nach den Einsätzen in der Nacht leicht verbessert, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Regionalregierung von Kastilien-León. Ein Grund dafür sei die gestiegene Luftfeuchtigkeit. Allerdings könnte sich das Wetter laut Prognose am Nachmittag mit stärkeren Winden und hohen Temperaturen wieder verschlechtern. Auch in der Provinz León gebe es weiter aktive Feuer. Im östlichen Spanien im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich das Feuer nicht weiter aus. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden in Spanien inzwischen aufgehoben.