Datum01.08.2026 16:07
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Christopher Street Day in Schlüchtern stand unter dem Motto "Charakter, Stärke, Demokratie". Rund 250 Menschen nahmen teil und trugen überwiegend Schwarz als Zeichen von Haltung und Widerstand, unabhängig von der Trauer um den Anschlag in Berlin. Die Veranstalter wollten sich von anderen CSDs abheben und die ländliche Gesellschaft stärker einbeziehen. Die Veranstaltung verlief friedlich und zeigte, dass Queerness auch auf dem Land sichtbar ist und sich nicht einschüchtern lässt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Keine Toleranz für Intoleranz“. Lesen Sie jetzt „Schwarz statt bunt - CSD in Schlüchtern“. Schwarz statt Regenbogen: Um die 250 Menschen sind beim Christopher Street Day in Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis auf die Straße gegangen. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto "Charakter, Stärke, Demokratie". Alles sei bisher ruhig und friedlich verliefen, sagte ein Sprecher der Polizei Südosthessen. Die Veranstalter hatten dazu aufgefunden, überwiegend Schwarz zu tragen, bereits vor dem Anschlag beim CSD vor einer Woche in Berlin. Es solle um ein Zeichen für Haltung und Stärke gehen. Man habe sich das Konzept vor einigen Monaten überlegt, um sich etwas von den anderen CSDs abzuheben, sagte Veranstalter Steve Euler. "Weil wir eben hier auch in einer anderen Gegend wohnen." Es sei weniger urban und Ziel sei, die Gesellschaft mehr abholen. "Uns kam die Farbe Schwarz deshalb in den Sinn, weil es eben nicht nur eine Trauerfarbe ist, wie man so denkt, sondern es ist eine Widerstandsfarbe." Und: "Wir möchten mit Schwarz auch ausdrücken, dass wir eben täglich unterdrückt werden, täglich übersehen werden." Natürlich gehe es jetzt auch um Trauer im Hinblick auf den Anschlag in Berlin, das sei damals aber noch nicht klar gewesen. "Gerade nach dem, was letztes Wochenende da in Berlin passiert ist, dürfen wir uns nicht unterkriegen lassen. Wir müssen gerade jetzt extra stark sein, für unsere Rechte kämpfen und zeigen, dass wir da sind, sonst hat der Hass gewonnen", sagte eine der Teilnehmerinnen. "Ich find's einfach toll, dass gerade auf dem Land Leute sich zeigen, sich nicht einschüchtern lassen, sondern zeigen, auch hier gibt es Queerness, weil ich denke, gerade in solchen ländlichen Gegenden braucht es vielleicht sogar noch mehr Aufklärung als in großen Städten." In Berlin hatte der islamistische Attentäter Abdul B. am vergangenen Samstag mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der 21-Jährige war am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz zu einer Festnahme erschossen worden. Der Christopher Street Day wird weltweit gefeiert. Die Bewegung geht auf Ereignisse im Juni 1969 in New York zurück. Nach einer Razzia der Polizei in einer Szenebar kam es damals zum Aufstand von Schwulen und Lesben. Hauptschauplatz von Straßenschlachten war die Christopher Street im Künstler-Viertel Greenwich Village von New York. © dpa-infocom, dpa:260801-930-471346/1