LinkedIn: Plattform führt Meldefunktion für KI-generierte Inhalte ein

Datum01.08.2026 16:11

Quellewww.spiegel.de

TLDRLinkedIn hat eine neue Funktion eingeführt, mit der Nutzer KI-generierte Inhalte melden können. Die Plattform möchte damit sogenannten "KI-Slop", also qualitativ minderwertige KI-generierte Texte, eindämmen. Diese Maßnahme soll helfen, die Erkennungsmodelle von LinkedIn zu verbessern. Der typische, oft überhöhte LinkedIn-Stil, der auch von KI leicht imitiert wird, ist bereits vor der KI-Welle entstanden. LinkedIn verzeichnet einen hohen Anteil an KI-generierten Posts.

InhaltAuthentische Aussage oder digitales Gewäsch? Auf der Plattform LinkedIn können Nutzer dank einer neuen Funktion melden, wenn sie einen Post für KI-generiert halten. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Nach unglaublichen 4,5 Jahren in der Abteilung Supply Chain Excellence freue ich mich heute, mitteilen zu dürfen, dass ich eine neue Herausforderung annehme und ab dem 1. September die Leitung des Bereichs Strategic Process Innovation übernehmen werde. Was für eine Reise es war! 🙏 Ich habe in dieser Zeit so unglaublich viel gelernt – über Prozesse, über Menschen, über mich selbst. Ich durfte mit einem außergewöhnlichen Team zusammenarbeiten, das jeden Tag aufs Neue alles gibt. Ihr wisst, wer ihr seid. DANKE. Von Herzen. Wenn Nutzer der Social-Media-Plattform LinkedIn von ihrem jüngsten Jobwechsel berichten, dann ist das immer eine große Sache, egal wie klein der Schritt auf der Karriereleiter sein mag. Die Posts haben einen typischen Stil, den künstliche Intelligenz leicht imitieren kann: Die oben zitierten Absätze hat das Sprachmodell Sonnet 4.6 geschrieben, nachdem der Autor dieses Textes es um einen "typischen KI-Post" eines Mittelmanagers gebeten hat. Wenn einem menschlichen LinkedIn-Nutzer solche Zeilen KI-generiert erscheinen, dann hat er seit Neuestem die Möglichkeit, dies der Plattform zu melden. Im Punktmenü am rechten oberen Rand jedes Posts gibt es dafür den Punkt "Scheint ein KI-Slop zu sein". Das Stichwort "KI-Slop" beschreibt Inhalte, die von generativer KI erstellt wurden und qualitativ schlecht sind. Hari Srinivasan, leitender Produktmanager bei LinkedIn, hat die neue Funktion in einem Post angekündigt. Sie sei eine von mehreren Maßnahmen, die man im Kampf gegen KI-Slop umsetzen wolle. Srinivasan nennt zunächst bestehende Systeme, die automatisierte Beiträge aussieben, dann eine Reihe neuer, nicht näher benannter Klassifikatoren, die dafür sorgen sollen, dass LinkedIn KI-Slop zuverlässiger erkennt und den Nutzern seltener anzeigt. Die neue Meldefunktion soll den Systemen des Netzwerks beim Erkennen helfen: Man wolle damit die Modelle justieren, die das leisten sollen, so Srinivasan. Außerdem sollen eigene Funktionen zur KI-Bearbeitung der Nutzerbeiträge weniger stark eingreifen als bisher. Srinivasan spricht von "Korrekturlesen" statt "Verbessern". Damit soll die "Stimme" des jeweils Schreibenden, also die typische Ausdrucksweise, erkennbar bleiben. Der klischeehafte LinkedIn-Stil, das sollte man der Fairness halber sagen, hat sich auf dem Businessnetzwerk bereits vor der Welle generativer KI entwickelt – mit all seinen Beschönigungen und Überhöhungen, irgendwo zwischen PR und Quartalszahlenbericht. Dass LinkedIn so klingt, wie es klingt, liegt nicht allein an künstlicher Intelligenz. Allerdings werden inzwischen praktisch alle Social-Media-Plattformen von KI-Inhalten geflutet. Laut einem Vergleich des KI-Detektors Pangram  findet sich auf LinkedIn besonders viel davon: Demnach sind 30 Prozent der kurzen Posts von KI geschrieben, bei längeren Texten mit mehr als 250 Wörtern sogar 41 Prozent. Ob die Bemühungen des Netzwerks diese Zahlen senken können? Ob andere Dienste folgen? Lassen wir es wieder von Sonnet als LinkedIn-Prosa formulieren: Die Wahrheit ist: Nicht alles lässt sich planen. Nicht alles lässt sich kontrollieren. Und das ist – und ich meine das ernst – eine der wertvollsten Lektionen, die mir meine Karriere bisher geschenkt hat.