Datum27.11.2025 18:09
Quellewww.spiegel.de
TLDREin französisches Gericht hat einen 36-jährigen Mann wegen Mordes an seinem Vater zu 25 Jahren Haft verurteilt. Der Täter, der das Champagnergeschäft erben sollte, fühlte sich überfordert und hatte Gelder veruntreut. Er erschoss seinen 57-jährigen Vater, inszenierte einen Einbruch und gestand später. Die Staatsanwaltschaft betonte, der Mord sei eng mit finanziellen Problemen verknüpft. Der Angeklagte gab an, unter Druck gestanden zu haben, während seine Verteidigung psychische Probleme als Ursache anführte.
InhaltIn Frankreich hat ein junger Mann seinen Vater umgebracht. Der Sohn sollte die Geschäfte im Champagnerbusiness übernehmen und war überfordert. Zudem hatte er Gelder veruntreut. Ein französisches Gericht hat den Sprössling einer Winzerfamilie wegen Mordes an seinem Vater zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Tat sei "sorgfältig geplant" gewesen, und der Täter habe sich anfangs bemüht, sie zu vertuschen, hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer erklärt. Der 36-Jährige hatte bereits als Partner in dem Champagner-Unternehmen "Vadin-Plateau" mitgearbeitet. Er schilderte zunächst mehrere Versionen, gestand dann aber, seinen Vater getötet zu haben. Er habe unter hohem Druck gestanden, weil er als Vertreter der neunten Generation der Winzerfamilie das Geschäft hätte übernehmen sollen, sich damit aber überfordert gefühlt habe. Die Leiche des 57 Jahre alten Vaters war im September 2022 in seinem Haus gefunden worden. Ermittler fanden Spuren eines Einbruchs. Später stellte sich heraus, dass sein Sohn ihn erschossen und den Einbruch inszeniert hatte. Französischen Medienberichten zufolge hatte der Angeklagte hauptsächlich beruflich mit seinem Vater zu tun, der Kontakt sei von gegenseitigen Vorwürfen geprägt. Bevor er zum ersten Mal zugab, seinen Vater vorsätzlich getötet zu haben, erklärte er demnach, er sei "an einem Punkt angelangt, an dem es entweder ihn oder mich gab". "Er nutzte Firmengelder für Pferde, Kredite und Urlaubsreisen", fasste die Staatsanwaltschaft zusammen. Der Mord stehe deshalb "in untrennbarem Zusammenhang mit dieser Geldfrage". Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hob er für private Zwecke monatlich zwischen 8000 und 40.000 Euro von dem Unternehmenskonto ab. Er wurde daher auch wegen Veruntreuung verurteilt. Seine Verteidigung schloss aus, dass der Mord mit finanziellen Problemen im Zusammenhang stehe. Er habe sich vielmehr in einem "depressiven Zustand" befunden und an Suizid gedacht, sagte die Anwältin Naïri Zadourian. Sie betonte, dass ihr Mandant sich jeden Tag "körperlich und seelisch erschöpfte, ohne sich wirklich dafür entschieden zu haben".