Uefa begrüßt Rückzug von »schäbigem« Investorenplan und greift Infantino an

Datum01.08.2026 12:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Uefa begrüßt den Rückzug der Fifa-Pläne, Anteile an ihren Wettbewerben an Investoren zu verkaufen. Der europäische Verband kritisiert Fifa-Chef Gianni Infantino scharf und wirft ihm vor, das Vertrauen der Fußballfamilie verloren zu haben. Infantinos "schäbiges" Vorhaben, bis zu 4,2 Milliarden Dollar einzunehmen, stieß auf breiten Widerstand. Die Uefa drohte mit dem Rückzug ihrer Verbände von Fifa-Wettbewerben. Der Rückzug wird als Sieg für den Fußball gefeiert, doch die Wiederherstellung des Vertrauens bleibt eine Herausforderung.

InhaltDie Drohungen der Uefa zeigten Wirkung: Der Plan von Gianni Infantino, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen, ist vom Tisch. Der Verband kritisiert den Fifa-Chef nun scharf, er habe das Vertrauen der "Fußballfamilie" verloren. Der europäische Fußballverband Uefa hat die Entscheidung der Fifa begrüßt, Pläne zum Verkauf von Anteilen an ihren Wettbewerben an private Investoren zurückzuziehen. "Die Uefa dankt allen Fans, Ligen, Vereinen, Spielern, Einzelpersonen, Verbänden und Konföderationen, die sich gegen das Vorhaben ausgesprochen haben, sowie den vielen Staats- und Regierungschefs und Kommentatoren, die dem Fifa-Präsident deutlich gemacht haben, dass der Fußball nicht zum Verkauf steht", heißt es in einem Statement. Fifa-Chef Gianni Infantino wollte mit dem Verkauf von rund 20 Prozent der ‌Anteile bis zu ​4,2 Milliarden Dollar ‌einnehmen. Der Wert des neuen Geschäftsbereichs hätte damit bei 20 Milliarden Dollar gelegen. Mit dem Projekt "Fifa Forward Enterprise" wollte der Weltverband nach eigener Aussage Geld vor allem für jene Verbände einsammeln, die Unterstützung am dringendsten benötigten. Nach dem Bekanntwerden der Pläne dohte die Uefa, dass ihre 55 Mitgliedsverbände nicht mehr bei Fifa-Wettbewerben wie Weltmeisterschaften antreten würden. Neben der Uefa sprachen sich auch die Verbände aus Asien (AFC) sowie Nord- und Mittelamerika und der Karibik (Concacaf) gegen das Projekt aus. In der Stellungnahme zum Rückzug des Plans nannte die Uefa das Vorhaben einen "schäbigen" und "undurchsichtigen" Deal. Man dürfe nicht zulassen, dass der Fußball mit "geheimen Plänen" und im Eiltempo vorangetriebenen Projekten konfrontiert werde, hieß es. Die derzeitige Fifa-Führung habe nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren. Die Verantwortlichen müssten identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es. Zugleich griff die Uefa Infantino persönlich an und warf ihm vor, sich seit seinem Amtsantritt 2015 weder für Transparenz noch für eine Verwendung von Fifa-Geldern zum Wohl des Fußballs einzusetzen. "Das Geld der Fifa ist euer Geld. Es ist nicht das Geld des Fifa-Präsidenten. Es ist euer Geld. Ihr seid die nationalen Verbände, und das Geld der Fifa muss der Entwicklung des Fußballs dienen und nichts anderem." Der Rückzug des Plans sei ein "Sieg für den gesamten Fußball" – die Aufgabe, Vertrauen in die Fifa wiederherzustellen, habe aber erst begonnen. In den kommenden Tagen und Wochen will die Uefa nach eigenen Angaben gemeinsam mit ihren Verbänden und in Zusammenarbeit mit anderen Konföderationen prüfen, wie es zu dem Vorstoß kommen konnte. Ziel sei ein Plan, damit sich Ähnliches nicht wiederhole; "keine Option" solle ausgeschlossen werden. Gianni Infantino kapituliert vor dem vehementen Widerstand und zieht die Investoren-Pläne der Fifa zurück. Wieso es ein guter Moment für den Weltfußball wäre, innezuhalten, lesen Sie hier.