Datum01.08.2026 12:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Samsung Galaxy Z Fold8 versucht, die Nachteile von Falthandys zu überwinden: Es ist kompakter und handlicher als Vorgänger, mit einem praktisch nutzbaren Außen- und großzügigen Innendisplay. Der störende Falz ist kaum sichtbar, die Akkulaufzeit gut und die Bildqualität exzellent. Kritikpunkte sind der hohe Preis, fehlende Telekamera und schwache Lautsprecher. Trotz Verbesserungen bleibt es eine Nischenprodukt, hat aber Potenzial zum Massenprodukt.
InhaltMit dem Galaxy Z Fold8 versucht sich Samsung an einem neuen Smartphone-Format. Unser Test klärt, ob das der Durchbruch für Falthandys sein könnte. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf, zu, auf… So könnte das beim Test des neuen Galaxy Z Fold8 von Samsung den ganzen Tag gehen. Genau dafür ist es ja gemacht: zum auf- und zuklappen. Deshalb ist es aber auch so teuer. Schon die günstigste Variante, mit 12 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher und überschaubaren 256 Gigabyte (GB) Speicherplatz steht mit 1999 Euro auf Samsungs Preisliste. Die Topvariante mit 16 GB Arbeitsspeicher – gut für KI – und einem Terabyte Speicherplatz schlägt mit 2599 Euro zu Buche. Das sind stolze Preise, wenn man bedenkt, welche Nische das Fold8 bedient. Samsung hält seit sieben Jahren daran fest, dass falt- und klappbare Smartphones, die sogenannten Foldables, die Zukunft mobiler Kommunikation sind. Dennoch haben es die Geräte laut Counterpoint in all den Jahren in Europa nur auf einen mageren Marktanteil von 1,5 Prozent gebracht. Die Gründe liegen auf der Hand: zu klobig, zu unhandlich, zu teuer. Und dann ist da auch noch diese unübersehbare Linie entlang des Falzes des Klappbildschirms. Mit dem neuen Galaxy Z Fold8 könnte Samsung diese Probleme gelöst haben. Bis auf die Sache mit dem Preis. Auch bei der Handlichkeit hakte es bislang. Die ersten Foldables waren einfach dicke Klopper. Samsung Erstling, das Galaxy Fold 5G, war zugeklappt 17,1 Millimeter dick und 263 Gramm schwer. Der aktuelle Nachfolger, das Fold8 Ultra, ist zwar nur noch 8,9 Millimeter dick und substanziell leichter, aber immer noch sehr lang. Und mit einem Startpreis von 2199 Euro auch teurer. Da kommt das Fold8 genau recht. Denn mit dem probiert Samsung ein neues Format aus, das kleiner und vor allem breiter ist und dadurch handlicher wird. Anders als das Ultra und die früheren Folds passt es auch in kleine Hosen- und Jackentaschen. Klein ist es deshalb aber nicht. Der Außenbildschirm ist immerhin 5,5 Zoll breit, hat ein Seitenverhältnis von 16:10. Im Test hat sich das als ausgesprochen alltagstauglich erwiesen. Je nachdem, wie ich das Fold8 halte, erreiche ich darauf sogar einhändig den ganzen Bildschirm, habe trotzdem genügend Platz, um Nachrichten und E-Mails bequem zu lesen, den Browser zu bedienen, zu fotografieren und zu filmen. Auch das immer wieder als Argument für Foldables bemühte Multitasking ist möglich, zumindest, wenn man sich auf zwei Apps nebeneinander beschränkt. Manchmal mag das sinnvoll sein, muss es aber nicht. Anders als bei früheren Foldables habe ich bei diesem Modell allerdings viel häufiger den Innenbildschirm aufgeklappt. Mit 7,6 Zoll kommt der schon fast ins Territorium eines iPad mini. Fast. Das 4:3-Format, wie früher bei Fernsehern, ist insbesondere zum Websurfen praktisch, oder wenn man E-Mails schreiben will. Apps wie Gmail und Outlook zeigen links eine Liste und rechts die jeweils ausgewählte Mail an, wie am Computer. Fotos kann man, je nach Aufnahmeformat, bildfüllend anzeigen lassen. Und wenn es mal eine Hochkantaufnahme ist, dreht man das Samsung einfach um 90 Grad, das passt perfekt. Bei Filmen muss man hingegen mit schwarzen Balken oben und unten leben. Auch zum Lesen eignet sich das Format bestens, egal ob man Comics oder textlastige Formate bevorzugt. Lästig nur: Wegen des Kameraaufbaus wird das Fold8 zum Wackelpeter, wenn man es auf den Tisch legt. Versuche, darauf zu tippen, quittiert es mit klappern und wackeln. Was Samsung nicht geschafft hat: Beide Bildschirme sind anfällig für Fingerabdrücke, eine oleophobe Beschichtung, die das Anhaften von Fingerschmutz reduzieren könnte, fehlt offensichtlich. Deshalb sehen sowohl der innere als auch der äußere Bildschirm schnell schmierig aus. Es lohnt sich deshalb, ein Mikrofasertuch bereitzuhalten, um die Oberflächen regelmäßig zu reinigen. Die Bildqualität ist bei all dem ausgezeichnet, innen wie außen. Mit einer Spitzenhelligkeit von 3000 Nits, wie beim Ultra, kann man sie auch bei Sonne gut ablesen. Der Falz, also die Stelle, an der der Bildschirm gefaltet wird, ist kaum wahrnehmbar, bei hellen Inhalten gar nicht. Samsungs Investition in Titanfolien, die das biegsame Display stützen, zahlt sich aus (mehr dazu lesen Sie hier). Weil sie je nach Anwendung zwischen einem und 120 Bildern pro Sekunde variieren, arbeiten die Bildschirm zudem energiesparend. In Kombination mit den Akkus auf Silizium-Kohlenstoff-Basis macht sich das bei der Laufzeit bemerkbar. Samsung verspricht 26 Stunden Videowiedergabe. Im Praxistest waren nach einem typischen Arbeitstag, an dem das Gerät im Hintergrund mehrere Hundert berufliche E-Mails empfangen und der Redakteur ständig Funktionen ausprobiert hat, am Abend noch 60 Prozent im Akku. Die einzige Möglichkeit, den Stromspeicher für einen Test der Ladefunktion zügig zu entladen, bestand darin, im Dauerbetrieb 8K-Videos aufzuzeichnen. Dabei wurde das Gehäuse warm, aber nicht heiß. Das Aufladen soll Akku-schonend schnell geschehen, weil die Akkus nicht seriell, also nacheinander, sondern parallel betankt werden. Von der USB-C-Buchse verzweigen zwei Leitungen, die die beiden Akkus gleichzeitig versorgen. Auf die Ladegeschwindigkeit wirkt sich das nicht aus, mit einer maximalen Ladeleistung von 45 Watt per Kabel und 20 Watt kabellos liegt das Fold8 eher am unteren Bereich dessen, was bei Androidhandys möglich ist. Ähnlich sieht es bei den Kameras aus. Das Fold8 hat zwei 50-Megapixel-Kameras für Weitwinkel und Ultraweitwinkel im Rücken sowie je eine 10-Megapixel-Selfie-Kamera auf der Innenseite und dem Frontdisplay. An denen gibt es nichts zu meckern, sie machen alle grundsolide Aufnahmen. Für Menschen, die professionell Fotos und Videos produzieren, sind die Foto-App Expert Raw sowie ein "Pro Video"-Modus anwählbar. Beide zeichnen Fotos respektive Videos ohne automatische Nachbearbeitung auf, sodass man deren Look in entsprechenden Apps selbst beeinflussen kann. Wer das für sinnvoll hält, kann sogar Videos in 8K-Auflösung aufnehmen. Trotzdem bleiben hinsichtlich der Foto- und Videofähigkeiten Wünsche offen. Bei einem Smartphone, das 250 Euro teurer ist als ein Galaxy S 26 Ultra, erwartet man eine Telekamera und nicht eine Ausstattung wie beim günstigsten Galaxy S26. Beim Fold8 hofft man jedoch vergeblich darauf. Warum? Das Fold8 Ultra hat schließlich auch eine Telekamera sowie eine substanziell hochwertigere Weitwinkelkamera – obwohl es dünner ist. So großartig die Bildschirme sind, so enttäuschend sind die Lautsprecher. Sie verschieben die Klangkurve weit in die Höhen, Bässe und untere Mitten sind kaum wahrnehmbar. Das klingt dünn und betont etwa bei Pop und Jazz die Becken des Schlagzeugs auf unnatürliche Weise. Wer Filme und Musik am Fold8 genießen will, ist gut beraten, dafür Kopfhörer zu verwenden. Samsungs Galaxy Buds zum Beispiel. Wie bei jeder neuen Generation Foldables haben Samsungs Ingenieure die Scharniere überarbeitet, mit denen die Geräte gefaltet und geklappt werden. Betrachtet man die Schaubilder, die die Mechanik zeigen, liegt die Assoziation mit Uhrenwerken nah: Die Konstruktion besteht aus einer Vielzahl von Zahnrädern und Achsen. Das Ergebnis ist, dass sich das Fold8 angenehm leicht und geschmeidig auf- und zuklappen lässt. Das Gehäuse ist bewusst so designt worden, dass im geschlossenen Zustand ein schmaler Schlitz bleibt. Auf diese Weise kann man leicht zwischen die Gehäusehälften greifen, um sie zu öffnen. Das klappt auch mit kurzen Fingernägeln gut. Ein Nachteil der neuen Konstruktion: Sobald man den Bildschirm aufklappt, klappt er auch vollständig auf. Eine Möglichkeit, ihn in einer angewinkelten Position zu arretieren, gibt es nicht. Die verlockende Option, den unteren Bildschirmteil etwa als Tastatur zu nutzen, während man im oberen einen Text schreibt, ist damit passé. Schade, mit Googles Pixel Fold hat das richtig Spaß gemacht. Endlich ein faltbares Smartphone, das nicht nervt. Das Fold8 ist gerade groß genug und zugleich kompakt, hat tolle Bildschirme und lässt sich genauso mühelos mitnehmen wie andere Smartphones. Zudem hat Samsung endlich den lästigen Falz vom Bildschirm getilgt. Wenn die Designer jetzt noch die Kanten abrunden und die Ingenieure das Kamerapaket des Ultra einbauen würden, wäre es fast perfekt und könnte ein Ausblick in eine Zukunft sein, in der Foldables zu Massenprodukten werden. 5G Handy / 7,6 Zoll / Full HD / 120 Hz / 50 MP / Snapdragon 8 Elite Gen 5 / Android 17 / 4.800 mAh Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen. Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen. Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. Wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind, kaufen wir Produkte in einigen Fällen auf eigene Kosten ein. In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und langfristige Leihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen. Oft werden Rezensionsexemplare am Ende eines Jahres zum Beispiel gesammelt und im Rahmen eines firmeninternen Flohmarkts verkauft, wobei die Erlöse für gemeinnützige Zwecke gespendet werden. Teilweise werden sie auch direkt an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt DER SPIEGEL stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt. Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom, Entwicklerveranstaltungen wie die Google i/O, WWDC und Build sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. 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