Datum01.08.2026 08:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie erste Bürgermeisterin Japans, Shoko Kawata, nimmt eine 16-wöchige Babypause, um Geschlechtergleichheit im Berufsleben zu fördern und gegen "matahara" (Mütterdiskriminierung) anzukämpfen. Positiv sind auch die Gewinne der Deutschen Bahn und die EU-Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Der Artikel erwähnt zudem erfolgreiche Hitzeschutzmaßnahmen durch Bäume in deutschen Städten, die erstmalige gefilmte Geburt eines Buckelwals und die Initiative "Deutschland spricht 2026" zur Förderung des demokratischen Diskurses.
InhaltShoko Kawata regiert die japanische Stadt Yawata. Dass die 35-Jährige eine Babypause macht, ist ein positives Signal. Und: "Deutschland spricht 2026" – diskutieren für die Demokratie. Die guten Nachrichten der Woche. Herzlich willkommen zu Alles Gute, dem SPIEGEL-Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten. Schön, dass Sie da sind! Vor einer Weile machte Shoko Kawata Schlagzeilen. Die 35-Jährige ist die erste Frau an der Spitze der Stadt Yawata in Japan. Nun geht sie in Mutterschutz. In dem patriarchalen Staat ist das ein Novum. Mein Kollege Cornelius Dieckmann hat Kawata besucht. "Das System macht es Männern leicht, im Beruf Erfolg zu haben, während von Frauen erwartet wird, die Care-Arbeit zu erledigen", sagte sie ihm. "Ich will zeigen, dass Frauen sich nicht für eins von beidem entscheiden müssen." Mein Kollege schreibt mir, dass Kawata eine Selbstbestimmtheit ausstrahle, die selten sei in Japans Politik. Das Privatleben werde dort oft gänzlich dem Dienst geopfert. Schwangere und Mütter werden in Japan derart benachteiligt, dass es ein eigenes Wort dafür gibt, wie Cornelius in seinem Text schreibt: "matahara", Mütterdiskriminierung. Zwar steht Beschäftigten in Japan wie in Deutschland Mutterschutz zu. Gewählte Beamte bekommen in Yawata die 16 Wochen aber nicht, auf die Angestellte der Stadt sonst Anspruch haben. "Deshalb melde ich mich genau genommen krank", sagte Kawata. Weil sie einen Präzedenzfall schaffen wolle, verzichte sie bewusst nicht auf ihr Gehalt. So regt Kawatas Entscheidung für den Mutterschutz dann auch manchen Konservativen auf, schreibt Cornelius. Auch international gibt es wenige Vorbilder für diesen eigentlich so selbstverständlichen Schritt. Der jüngste und bekannteste Fall ist wohl Neuseelands Ex-Premierministerin Jacinda Ardern, die 2018 für sechs Wochen in Mutterschutz ging. Ob Kawata dabei an Ardern gedacht habe, wollte mein Kollege von der Japanerin wissen. "Kawata lächelte und sagte, ehrlich gesagt habe sie davon gar nichts gewusst. Die Entscheidung habe sich einfach natürlich für sie angefühlt", schreibt Cornelius mir. Und da Politik Teamwork sei und ihr Vizebürgermeister gut vorbereitet, werde die Regierungsarbeit unter ihrer Dienstpause nicht leiden, sagte Kawata. Ich empfehle Ihnen Cornelius’ Text sehr: Sie regiert. Sie kriegt ein Baby. Na und? Nun gilt eine Kennzeichnungspflicht für KI-InhalteMit dieser neuen Regel will die EU mehr Transparenz im Netz schaffen: Bilder, Videos und Texte, die mithilfe von KI erstellt wurden, müssen nun gekennzeichnet werden. Das ist ab Sonntag Pflicht, mit zwei wichtigen Ausnahmen. Die Meldung lesen Sie hier. Ein Hauch von Revolution weht durch die größte Demokratie der WeltMillionen Inderinnen und Inder kämpfen jedes Jahr um einen Medizinstudienplatz. Als ein Zulassungsbetrug aufflog, erwuchs daraus eine Protestbewegung. Premier Narendra Modi gab dem Druck nach – und erfüllt sämtliche Forderungen. Hier lesen Sie die ganze Geschichte. So gut schützen Bäume die größten deutschen Städte vor HitzeIn vielen europäischen Städten gibt es viel zu wenig Grün, Straßen werden mehr als 40 Grad heiß, wie Grafiken zeigen. Einfach mehr Bäume pflanzen reicht nicht, sagen Forscher – und erklären, welche Metropolen gute Lösungen gefunden haben. Ein SPIEGEL-Team hat das grafisch aufbereitet. Drohne filmt erstmals Geburt eines BuckelwalsZufällig wurde ein Drohnenpilot einer Walschutzorganisation Zeuge, wie einer der Meeressäuger vor der Ostküste Australiens zur Welt kam. Die Aufnahme könnte die Forschung voranbringen. Eine Biologin zeigt sich "total überwältigt". Zur Meldung geht es hier entlang. Endlich mal ein Plus bei der Deutschen BahnDie Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 Gewinne statt Verluste eingefahren, zum ersten Mal seit sieben Jahren. Auch einen Passagierrekord verzeichnet der Konzern. Hier geht’s zur Meldung. Ferienzeit ist Lesezeit, heißt es. Aber was ist das überhaupt, eine "gute Urlaubslektüre"?Mit dieser Frage hat sich meine Kollegin Katharina Stegelmann beschäftigt. Hier geht es zu ihrem Text, inklusive Empfehlungen. Der große Camping-KniggeApropos Ferien: Unser Campingexperte Gerd Blank erklärt hier , was von Parzelle zu Parzelle zum guten Ton gehört und worauf Neucamper wie Profis verzichten sollten. So trainieren Sie den Beckenboden – und warum das nicht nur für junge Mütter wichtig istStarke Beckenbodenmuskeln schützen vor Inkontinenz, vor Rückenschmerzen und fördern guten Sex. Frauen sollten sie trainieren, besonders nach einer Schwangerschaft. Das geht mit einfachen Übungen. Wie die funktionieren, sehen Sie hier im Video. Wohnung, Ferienhaus, Gold, ETFs – wie Sie ein Vermögen optimal aufteilenWohin mit dem Geld? Falls Sie in der privilegierten Situation sind, dass Sie sich diese Frage stellen können, lesen Sie hier die Kolumne von Honorarberater Nikolaus Braun. Haben Sie das Gefühl, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet? Dass die Menschen nur noch in ihren Blasen leben, andere Meinungen schlecht aushalten oder gar nicht zulassen, auf politische Extreme zusteuern? Und sind Sie der Überzeugung, dass das nicht gut ist? Dann haben wir etwas für Sie: "Deutschland spricht 2026". Bei der Initiative treffen sich Tausende Menschen zum Diskutieren. Der SPIEGEL ist in diesem Jahr einer der Medienpartner des Projekts, zu dem "Die Zeit" aufruft. Darum geht’s: Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten kommen zu persönlichen Eins-zu-eins-Gesprächen zusammen. Um der Polarisierung entgegenzuwirken. "Eine gute Tat für die Demokratie" nennt SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit die Aktion. Um teilzunehmen, beantworten Sie mehrere Ja-Nein-Fragen zu aktuellen Themen. Ein Algorithmus bringt Angemeldete zum Gespräch zusammen, die möglichst unterschiedlich geantwortet haben und möglichst nah beieinander wohnen. Hier gibt es mehr Infos. Seien Sie dabei, wenn Deutschland spricht. Treffen Sie am 30. August jemanden, der anders denkt als Sie: Der SPIEGEL ist Teil einer bundesweiten Medieninitiative, die Menschen mit unterschiedlichen Ansichten in persönlichen Eins-zu-eins-Gesprächen zusammenbringt. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Und wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Hitze und Polarisierung halten sich hoffentlich in Grenzen. Ihre Anna Ehlebracht, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL