Feuer in Südeuropa: Wind und Hitze entfachen neue Waldbrände in Griechenland

Datum01.08.2026 06:32

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Südeuropa toben Waldbrände. Griechenland kämpft mit 51 neuen Bränden, angefacht durch Wind und Hitze, mit Evakuierungen auf Kreta und dem Peloponnes. Auch die Türkei ist betroffen, mit neuen Bränden und anhaltend heißem Wetter. In Frankreich flammte ein zuvor eingedämmter Brand wieder auf und verwüstete 1.000 Hektar, während sich die Lage bei Bordeaux entspannt.

InhaltBinnen 24 Stunden haben sich in Griechenland 51 neue Brände entzündet. Starker Wind erschwert Löscharbeiten. In Frankreich ist ein eingedämmtes Feuer wieder entflammt. In Griechenland sind neue Waldbrände ausgebrochen und vom Wind angefacht worden. Die Feuerwehr gab an, im Verlauf von 24 Stunden hätten sich 51 neue Brände gebildet. Insgesamt kämpften Einsatzkräfte den Angaben zufolge am Freitagabend an 73 Orten in Griechenland gegen die Flammen. Starke Böen hinderten Löschflugzeuge daran, Wasser aufzunehmen. Betroffen waren unter anderem die Insel Kreta, die Halbinsel Peloponnes und die Ägäisinseln Paros, Kalymnos und Andros. Für den heutigen Samstag sagt der Zivilschutz für weite Teilen Griechenlands ein "sehr hohes" Waldbrandrisiko voraus. Im Großraum der Hauptstadt Athen gilt sogar die höchste Alarmstufe (rot). Besonders kritisch ist die Lage weiterhin rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Hunderte Anwohner und Touristen sind dort laut Medienberichten bereits vor den Flammen geflohen. Viele von ihnen brachten sich den Berichten zufolge über das ⁠Meer in Sicherheit, mit Booten der Küstenwache und von Fischern. Im Westen Athens verhängten die Behörden am Freitag einen vorübergehenden Evakuierungsaufruf für den Vorort Dasos im Bezirk Chaidari, weil beißender Rauch und Flammen die dicht besiedelte Region bedrohen. Nach Feuerwehrangaben loderten Flammen auf einem nahegelegenen Berg, konnten aber vorerst eingedämmt werden. Weitere größere Brände wüten auf Kreta, wo sich nach Angaben der Feuerwehr eine 15 Kilometer lange Feuerfront gebildet hat. Nach Schätzungen des Roten Kreuzes wurden auf der Insel rund 2.000 Urlauber in Sicherheit gebracht. Auch die Türkei leidet weiter unter Waldbränden. Im Westen des Landes ist bei hohen Temperaturen und Wind ebenfalls ein neuer Waldbrand ausgebrochen. Feuerwehrleute kämpften gegen das Feuer bei Susurluk 200 Kilometer nordöstlich von Izmir, sagte Landwirtschafts- und Forstminister İbrahim Yumaklı. Auch hier erschwert starker Wind die Löscharbeiten. Das heiße, windige Wetter dürfte nach Auskunft des Ministers bis nächste Woche anhalten. Nach drei Tagen intensiver Löscharbeiten teilten die türkischen Behörden am Freitag mit, dass die meisten der 218 Waldbrände, die im Westen und Süden des Landes ausgebrochen waren, unter Kontrolle seien. In der Ägäis-Provinz Aydin und der nordwestlichen Provinz Balikesir kämpften die Einsatzkräfte aber weiterhin gegen die Flammen. Ein Brand nahe Cine an – etwa 100 Kilometer landeinwärts vom Ferienort Bodrum entfernt – habe sich am Freitagnachmittag wegen des Windes rasch in Richtung bewohnter Gebiete ausgebreitet, hieß es. Im besonders schwer getroffenen Frankreich entspannt sich die Lage. Im südfranzösischen Département Var, zwischen Marseille und Cannes, ist ein Brand nach nach Angaben der örtlichen Präfektur allerdings wieder aufgeflammt, der sich schnell ausbreite. Innerhalb weniger Stunden seien 1.000 Hektar verwüstet worden, teilte die Präfektur mit. Das entspricht einer Fläche von etwa 1.400 Fußballfeldern. Die Gegend sei evakuiert und etwa 2.500 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Laut Angaben in der Nacht waren 720 Feuerwehrleute im Einsatz, um das Feuer am Vorrücken zu hindern. An der französischen Alantikküste hoben die Behörden dagegen die Evakuierungsanordnungen für zwölf Bezirke nahe Bordeaux auf, nachdem Feuerwehrleute dort ein Großbrand unter Kontrolle gebracht hatten. Fast 200.000 der mehr als 220.000 Evakuierten dürften damit in ihre Häuser zurückkehren, teilte die Präfektin des Départements Gironde, Sophie Brocas, mit. Die Lage verbessere sich von Tag zu Tag, fügte die Präfektin hinzu. Der dortige Großbrand sei zwar noch nicht ganz unter Kontrolle, aber die Situation stabil. Behörden schätzen, dass vor Bordeaux 42.000 Hektar Wald verbrannt sind – eine Fläche etwa viermal so groß wie Paris.