Bauunternehmen verursachte Schaden am »Reflecting Pool« in Washington

Datum01.08.2026 04:38

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas US-Justizministerium hat eingeräumt, dass mangelhafte Arbeiten eines Bauunternehmens für Schäden am "Reflecting Pool" in Washington verantwortlich sind. Zuvor hatte Präsident Trump Vandalismus als Ursache genannt und einen Olympia-Kanuten angeklagt. Die Anklage gegen den Kanuten wird fallen gelassen. Der Pool war im Rahmen einer millionenschweren Umgestaltung ohne Ausschreibung neu gestaltet worden, zeigte jedoch bald abblätternde Farbe und Algenwachstum.

InhaltGrüne Algen, abblätternde Farben – US-Präsident Donald Trump erklärte die Schäden am frisch renovierten "Reflecting Pool" in Washington mit Vandalismus. Vor Gericht muss seine Regierung nun eine kleinlaute Erklärung abgeben. Das US-Justizministerium hat am Freitag in einem Gerichtsdokument eingeräumt, ​dass der Schaden am historischen Wasserbecken am Lincoln Memorial in Washington ‌durch mangelhafte Arbeiten des beauftragten Bauunternehmens verursacht wurde. Den Gerichtsunterlagen zufolge will das Ministerium seine Anklage gegen einen ehemaligen US-Olympioniken wegen Vandalismus​ am neu renovierten "Reflecting Pool" fallen lassen. Der historische Pool wurde ⁠in ⁠diesem Jahr als Teil der Pläne des US-Präsidenten Donald Trump zur Umgestaltung der US-Hauptstadt im Rahmen ‌eines 14,7 Millionen Dollar schweren Auftrags ​ohne Ausschreibung ‌trockengelegt und neu gestaltet. Die Entscheidung Trumps hatte Diskussionen ausgelöst. Am 6. Juni verkündete der US-Präsident, dass die Arbeiten abgeschlossen seien. ‌Doch weniger als zwei Wochen darauf blätterte die frische Farbe im Pool vom Grund ‌ab und verteilte ​sich im ‌Becken. Hinzu kam massives Algenwachstum. Das versprochene Blau war nirgends zu sehen. Trump hatte wiederholt ‌Vandalismus ​für die Schäden am Pool verantwortlich gemacht, ohne dafür Beweise vorzulegen. Anfang Juli folgte eine Klage gegen David Hearn, einen ehemaligen US-Olympia-Kanufahrer. Der Vorwurf: Er soll den frisch renovierten Reflecting Pool mutwillig beschädigt haben. Am 19. Juni habe er "in böswilliger Absicht" das Auskleidungsmaterial am Grund des Beckens beschädigt oder zerstört. Der ehemalige olympische Kanurennfahrer hatte erklärt, nach einer Radtour an dem Pool angehalten zu haben. Er habe in das Becken gegriffen, weil er die sich ablösende neue Beschichtung habe fühlen wollen. "Ich bin ein neugieriger Bürger." Er sei fast fünf Stunden lang festgehalten worden, bevor er wieder freigekommen sei. Trump hatte das Becken im April trockenlegen lassen. Dann wurde der Boden blau gestrichen. Doch kurz nach der Sanierung war der Pool wieder grün. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, nicht fachgerecht gearbeitet zu haben. Warum Trump die Algen in seinem Vorzeigepool nicht unter Kontrolle bekommt, lesen Sie hier .