Partielle Sonnenfinsternis: Himmelsspektakel im August: freie Sicht gen Westen nötig

Datum01.08.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDREine partielle Sonnenfinsternis findet am 12. August am Westhorizont statt und stellt Beobachter in Thüringen vor Herausforderungen, da die Sonne bereits tief steht. Freie Sicht nach Westen ist essenziell, weshalb Sternwarten ihre Standorte verlegen. Eine totale Sonnenfinsternis ist erst 2081 in Deutschland zu sehen. Schutzbrillen sind für die Beobachtung unerlässlich.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Partielle Sonnenfinsternis“. Lesen Sie jetzt „Himmelsspektakel im August: freie Sicht gen Westen nötig“. Wer die partielle Sonnenfinsternis am Abend des 12. August in Thüringen beobachten will, muss sich einen guten Platz suchen: Das Himmelsereignis vor dem Sonnenuntergang stellt selbst eingefleischte Sterngucker vor Herausforderungen. Die partielle Finsternis beginnt im Freistaat erst ab etwa 19.15 Uhr - zu einem Zeitpunkt also, an dem die Sonne schon sehr tief am Westhorizont steht. Wer von Bäumen oder Häusern umgeben ist, hat daher kaum eine Chance für die Beobachtung. "Ich rate allen, die die partielle Sonnenfinsternis gerne sehen möchten, sich einen freien Blick zum Horizont zu ermöglichen - aus der Stadt heraus, weg von Bäumen, am besten auf eine Erhöhung mit freier Sicht nach Westen", empfiehlt der Direktor der Thüringer Landessternwarte Tautenburg (Saale-Holzland-Kreis), Markus Roth. Die Sternwarte selbst liegt mitten im Wald und hat daher keine freie Sicht nach Westen - dort kann die Finsternis dieses Mal also nicht beobachtet werden. Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und verdeckt so das Sonnenlicht. In Deutschland wird der Mond die Sonne am 12. August nicht vollständig bedecken - es ist eine partielle Finsternis. Das Maximum der Bedeckung variiert je nach Standort in Thüringen leicht. In Jena beispielsweise ist das Maximum der Bedeckung gegen 20.11 Uhr zu erwarten - das offizielle dortige Ende der Finsternis gegen 21.02 Uhr ist allerdings nicht mehr zu erleben, da die Sonne dann bereits untergegangen ist. Wer das Naturschauspiel als totale Sonnenfinsternis sehen will, muss in diesem Jahr nach Grönland, Island oder Nordspanien reisen. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA überträgt das Ereignis live im Internet. Da die Sonne bei dem zu erwartetem Schauspiel am Abendhimmel schon sehr tief steht, wollen einige Thüringer Sternwarten ihre Beobachtung an freie Aussichtspunkte verlegen. Die Volkssternwarte Urania in Jena bietet für Interessierte eine gemeinsame Beobachtung auf einem Hügel bei Coppanz südwestlich der Stadt - mit freiem Blick über das Saaletal nach Westen. Das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg etwa plant, ein Stück vom Gelände entfernt Teleskope aufzustellen und verbindet die Sonnenfinsternis mit seiner jährlichen Sternschnuppennacht.  Denn auch nach Sonnenuntergang bleibt es am Himmel über Thüringen interessant: Bei wolkenfreiem Himmel werden in der Nacht viele Sternschnuppen zu sehen sein. Denn dann erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Dank Neumond ist der Himmel besonders dunkel - gute Voraussetzungen also, um Sternschnuppen zu zählen.   Für alle Sonnenfinsternis-Beobachtungen gilt: Wer diese verfolgen will, braucht eine spezielle Schutzbrille. Normale Sonnenbrillen reichen nicht aus und schützen die Augen nicht ausreichend. Auch durch Fernglas oder Teleskop darf niemals ungeschützt in die Sonne geschaut werden - ohne Spezialfilter drohen schwere Netzhautschäden, warnen Experten. Wer auf eine totale Sonnenfinsternis hofft, muss in Deutschland noch sehr lange warten: Erst am 3. September 2081 wird sie hierzulande wieder zu sehen sein. In Europa geht es aber schneller: Bereits am 2. August nächsten Jahres gibt es in Südspanien die nächste totale Sonnenfinsternis - in Thüringen ist dann aber nur eine sehr schwache partielle Finsternis zu erwarten. Immerhin: Die Sonne steht am Vormittag dann wesentlich höher als diesmal - die Beobachtungsbedingungen wären also günstiger. Die letzte partielle Sonnenfinsternis war in Thüringen im März vergangenen Jahres zu erleben. © dpa-infocom, dpa:260801-930-469451/1