Gianni Infantino stoppt Investorenpläne für Fußball-Weltmeisterschaften

Datum01.08.2026 02:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie FIFA hat Pläne zum Verkauf von WM-Anteilen im Wert von 20 Milliarden Dollar zurückgezogen, nachdem regionale Verbände wie UEFA, AFC und CONCACAF heftigen Widerstand leisteten. Präsident Gianni Infantino begründete den Rückzieher mit der entstandenen Spaltung, die dem Ziel des Weltfußballs widerspreche. Kritiker bemängelten mangelnde Transparenz und den Verkauf von Kernwerten.

InhaltDer Fußball-Weltverband Fifa hat seine Pläne zum Verkauf von WM-Anteilen nach heftigen Protesten von Fußballverbänden weltweit zurückgezogen. Das Projekt habe zu Spaltung geführt, erklärte Präsident Gianni Infantino, man verfolge es nicht weiter. Die Pläne des Fußball-Weltverbands Fifa, Anteile an seinem Geschäft an ​externe Investoren zu verkaufen, sind am ‌weltweiten Widerstand der regionalen Fußballverbände gescheitert. Das teilte die Fifa in einem Statement im Namen ihres Präsidenten Gianni Infantino mit. Infantino wollte mit dem Verkauf von rund 20 Prozent der ‌Anteile bis zu ​4,2 Milliarden Dollar ‌einnehmen. Der Wert des neuen Geschäftsbereichs hätte damit bei 20 Milliarden Dollar gelegen. Mit dem Projekt "Fifa Forward Enterprise" wollte der Weltverband nach eigener Aussage Geld vor allem für jene Verbände einsammeln, die Unterstützung am dringendsten benötigten. Das sollte jedoch nur geschehen, wenn eine Mehrheit der Fifa-Mitgliedsverbände dem Projekt zustimme, betonte Infantino. "Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen", so der Fifa-Präsident. Das Ziel der Fifa sei stets gewesen, zu vereinen. "Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt." Der Fußball-Weltverband hatte in einer Stellungnahme in der Nacht zum Freitag "fehlerhafte Medienberichte" ‌für den Aufstand gegen das ​Vorhaben ‌verantwortlich gemacht. Seit dem Bekanntwerden der Fifa-Pläne hatte sich massiver Widerstand dagegen formiert. Die Fußballverbände in Europa (Uefa), ‌Asien (AFC) ​und für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (Concacaf) sprachen sich gegen das Projekt aus. Die Europäische Fußball-Union drohte sogar damit, dass ihre 55 Mitgliedsverbände nicht mehr bei Fifa-Wettbewerben wie Weltmeisterschaften antreten. Aus Protest gegen die Investorenpläne war Carlos Cordeiro, ein enger Berater Infantinos, zurückgetreten. Er hatte dies mit scharfer Kritik verbunden und erklärt, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein. Am Freitag wandte sich ein weiterer Infantino-Mitarbeiter gegen seinen Boss. Betriebsdirektor Kevin Lamour warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Sie hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hieß es in einem Schreiben Lamours. Fifa-Präsident Infantino suchte über Jahre die Nähe zu Donald Trump – und andersherum. Die Bromance mündete bei der WM in den Fall Balogun. Chronologie einer Männerfreundschaft, die den Fußball missbraucht .