Datum01.08.2026 00:55
Quellewww.zeit.de
TLDRUN-Generalsekretär António Guterres warnt vor anhaltender Hitze durch das Klimaphänomen El Niño, das die Klimakrise verschärft. Der rekordverdächtige Sommer sei nur ein Vorgeschmack. El Niño, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt, erwärmt den Pazifik und beeinflusst weltweite Wettermuster. Die Weltwetterorganisation erwartet für dieses Jahr überdurchschnittliche Temperaturen auf fast allen Kontinenten. Die Hauptauswirkungen von El Niño werden oft erst im Folgejahr spürbar, was zu neuen Hitzerekorden führen kann.
InhaltDas Klimaphänomen El Niño verschärft die Klimakrise. Der rekordverdächtige Sommer war laut UN-Chef António Guterres erst der Anfang. Es sei mehr Hitze zu erwarten. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, warnt, dass sich die weltweit ungewöhnlich hohen Temperaturen auch im Spätsommer und Herbst fortsetzen werden. Der Sommer mit "rekordverdächtigen Hitzewellen" und "apokalyptischen Waldbränden" sei nur ein Vorgeschmack gewesen, sagte Guterres in New York. Das Klimaphänomen El Niño verstärke sich und heize die ohnehin schon angespannte Lage auf unserem Planeten weiter an. Guterres kritisierte gleichzeitig, es werde nicht genug über die Ursache von Rekordhitze, Dürren und Waldbränden gesprochen: "die sich beschleunigende Klimakrise, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wird." Diese Krise zerstöre weltweit Leben und Existenzgrundlagen. Ein El Niño taucht alle zwei bis sieben Jahre auf. Dabei erwärmt sich die Oberflächentemperatur im zentralen und östlichen Pazifik nahe dem Äquator und verändert Wind- und Meeresströmungen. Die direkten Folgen sind vor allem im Süden zu spüren, aber auch in Europa. Die Weltwetterorganisation WMO rechnet in diesem Jahr mit einem El Niño auf dem zweithöchsten Niveau ihrer Klassifizierung. Dies werde nach den neuesten Klimamodellen "mit überwältigender Wahrscheinlichkeit" auf fast allen Kontinenten für überdurchschnittliche Temperaturen sorgen. Die Anomalien dürften demnach im November ihren Höhepunkt erreichen. Überdurchschnittlich viel Regen sei im Großraum Horn von Afrika, in Teilen Zentralasiens, in Südeuropa, im westlichen Nordamerika sowie im Südosten Südamerikas zu erwarten. Mit mehr Trockenheit rechnet die WMO dagegen auf dem indischen Subkontinent, im Süden und Osten Australiens, im südlichen Mittelamerika und in Teilen der Karibik, im Nordwesten Südamerikas sowie in Nordeuropa. Der Nordosten Ugandas leidet derzeit unter der schwersten Dürre seit Jahren. Mindestens 19 Menschen sind nach Regierungsangaben in den vergangenen Wochen an Hunger gestorben. Bauern sagten, sie hätten Ernteerträge eingebüßt, da in der Gegend seit April kaum Regen gefallen sei. Weil die größten Auswirkungen eines El Niño erst gegen Ende eines Kalenderjahres zu spüren sind, bricht häufig erst das darauffolgende Jahr Rekorde. So war es 2024, dem bislang heißesten Jahr. Die globale Durchschnittstemperatur lag damals 1,55 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, bevor die menschengemachte Erwärmung mit der industriellen Revolution begann. Vorausgegangen war 2023 ein El Niño.